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Krankenschwester pflegt einen Säugling, der im Brutkasten liegt

Warum hat die SPD die Pflegekammer ins Leben gerufen?

Die Arbeitsbedingungen in der Pflege sind für viele Pflegekräfte geradezu katastrophal. Ein Grund dafür ist, dass die Pflegekräfte – im Gegensatz zu anderen Berufsgruppen, die sich in einem hohen Maße in Kammern und Gewerkschaften organisieren – keine politische Vertretung haben. Mit der Pflegekammer haben wir das geändert.

Eine teilweise extreme Arbeitsbelastung, eine nicht leistungsgerechte Bezahlung, familienunfreundliche Arbeitszeiten und leider die geringe Wertschätzung dieser wirklich verantwortungsvollen Tätigkeit belasten den Arbeitsalltag. Ein Grund, warum Verbesserungen der Situation schwierig ist, ist die geringe Organisation der Pflegekräfte. Nur sehr wenige Pflegerinnen und Pfleger sind Mitglied in einer Gewerkschaft und können sich so gemeinsam für bessere Arbeitsbedingungen einsetzen. Mit der Pflegekammer haben wir die Chance ergriffen, endlich eine mächtige Interessenvertretung für die Pflegefachkräfte in Niedersachsen zu schaffen: Mit bis zu 100.000 Mitgliedern allein in Niedersachsen ist die Pflegekammer viel stärker als z. B. die Ärztekammer mit knapp unter 40.000 Mitgliedern. So kann die Pflegekammer das Sprachrohr der Pflegefachkräfte sein, sich an Gesetzgebungsverfahren beteiligen und sich im Sinne der Pflegekräfte für bessere Rahmenbedingungen in der Pflege einsetzen.

Gleichzeitig ist die SPD mit der Pflegekammer einem Wunsch der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Pflege nachgekommen. Als die CDU noch in Niedersachsen regiert hat, wurde im Auftrag des Sozialministeriums vom 27. November 2012 bis zum 12. Januar 2013 eine repräsentative Befragung unter 1.039 niedersächsischen Pflegefachkräften von infratest dimap durchgeführt. Rund zwei Drittel (67 Prozent) der niedersächsischen Pflegekräfte sprachen sich für die Gründung einer Pflegekammer aus. Allerdings lehnte auch eine knappe Mehrheit der Pflegekräfte (47 Prozent) eine Pflichtmitgliedschaft mit Beitragspflicht ab, 42 Prozent befürworteten dies. Eine Pflegekammer mit freiwilligen Mitgliedern hat allerdings nahezu keine Chance, eine starke Interessenvertretung zu werden. Das zeigt etwa die Entwicklung des „Pflegerings“ in Bayern. Deswegen haben wir uns für die Gründung der Pflegekammer entschieden.

Eine starke Vertretung für die Pflege in Niedersachsen!