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War die Befragung der Pflegekräfte zu einer Pflegekammer wirklich repräsentativ?

Ja. Die Befragung einer Stichprobe von 1.000 Menschen entspricht dem Standard für repräsentative Befragungen, wie zum Beispiel zu Bundestags- oder Landtagswahlen üblich. Die Befragten wurden nach bestimmten Quoten ausgewählt, d.h. dass sie hinsichtlich ihres Geschlechts, der Tätigkeitsgruppe und des Arbeitgebers genauso ausgewählt wurden, dass sie die Gesamtheit aller niedersächsischen Pflegekräfte repräsentieren.

Im Auftrag des Sozialministeriums wurde vom 27. November 2012 bis zum 12. Januar 2013 eine repräsentative Befragung unter 1.039 niedersächsischen Pflegefachkräften von infratest dimap durchgeführt. Rund zwei Drittel (67 Prozent) der niedersächsischen Pflegekräfte sprachen sich für die Gründung einer Pflegekammer aus. Eine knappe Mehrheit der Pflegekräfte (47 Prozent) lehnte bei dieser Befragung zwar eine Pflichtmitgliedschaft mit Beitragspflicht ab und nur 42 Prozent befürworteten dies – auf die Frage, welche maximale Beitragshöhe akzeptabel sei, antworteten allerdings nur 24 Prozent, dass sie prinzipiell gegen Beiträge seien. 35 Prozent gaben an, 5 bis 9 Euro pro Monat zu akzeptieren, 19 Prozent fanden 10 bis 14 Euro in Ordnung, 8 Prozent 15 bis 20 Euro und 1 Prozent war sogar bereit, mehr als 20 Euro im Monat zu bezahlen.

Eine Befragung von etwa 1.000 Menschen ist der übliche Standard in Wissenschaft und Meinungsforschung, um eine sichere Aussage über die vorherrschende Meinung in der sogenannten Grundgesamtheit, in diesem Falle also aller Pflegekräfte in Niedersachsen, zu treffen. Für die Wahlumfragen zu Bundes- und Landtagswahlen werden auch jeweils etwa 1.000 Menschen befragt, die einen Querschnitt durch die Bevölkerung repräsentieren. Entscheidend dafür ist die Auswahl der Befragten, denn diese Stichprobe muss bei Alter, Geschlecht, Ausbildung usw. die Grundgesamtheit wiederspiegeln. Bei der Umfrage zur Pflegekammer wurden die Befragten auf Basis einer proportional zu den vier niedersächsischen Regierungsbezirken angelegten Stichprobe nach festgelegten Quoten für das Geschlecht, die Tätigkeitsgruppe (Gesundheits- und Krankenpflegerinnen/-pfleger, Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerinnen/-pfleger, Altenpflegerinnen/-pfleger), des Arbeitgebers (Krankenhäuser und Rehabilitationseinrichtungen, Teil- und Vollstationäre Pflegeheime, ambulante Pflegedienste) ausgewählt. Alle Befragten waren mindestens dreijährig ausgebildete und examinierte Pflegefachkräfte, die zum damaligen Zeitpunkt in Niedersachsen im Pflegebereich sozialversicherungspflichtig beschäftigt gewesen sind.

Natürlich kann es aus praktischen Gründen bei der Durchführung einer solchen Umfrage zu leichten Abweichungen von den Quoten kommen. Solche Abweichungen wurden im Nachhinein durch die Gewichtung der Umfrageergebnisse korrigiert. Zum Beispiel lag der Anteil der männlichen Beschäftigten zum damaligen Zeitpunkt bei etwa 15 Prozent. Unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Befragung lag der Anteil der männlichen Pflegekräfte am Ende tatsächlich aber bei 22 Prozent. Um dies auszugleichen, wurden die Antworten der weiblichen Befragten bei der Auswertung entsprechend stärker gewichtet. So wurde sichergestellt, dass die befragte Stichprobe tatsächlich das Meinungsbild der Pflegekräfte abbildet.

Eine starke Vertretung für die Pflege in Niedersachsen!