Zum Inhalt springen

Laakens langer Weg zum Glück

Sascha Laaken sitzt auf einer kleinen Bank auf dem Deich. Sein Blick geht in die Ferne. Links am Horizont die Meyer Werft, rechts eine Klappbrücke. Hier ist er zu Hause. Es ist seine Heimat. Hier ist er glücklich und zufrieden. Er kommt oft abends nach dem Dienst auf die kleine Bank. Lässt den Tag Revue passieren.

„Ich sage immer, ich bin Schutzmann aus Leidenschaft. Ich mag das Wort Polizist nicht gerne.“

Die Polizei war immer Laakens Lebenstraum. Schon mit 15 Jahren fasste er den Entschluss, diesen Beruf einmal auszuüben. Nichts anderes sollte es werden. Seine Eltern waren von dieser Idee gar nicht begeistert. Sein Vater hielt nicht viel davon, dass sein Sohn Beamter werden wollte. Seine Mutter machte sich Sorgen wegen der Gefahren des Berufs. Dennoch begleitete sie ihn zur Polizeischule zum Test für den Polizeidienst in Niedersachsen. Sascha Laaken ist damals 16 Jahre alt. Er hat die Realschule abgeschlossen und möchte jetzt seinen Traum verwirklichen. Er beginnt die Prüfung, leider schafft er sie nicht.

Wenn ich mir ein Ziel setze

Es ist die erste große Niederlage für den jungen Laaken, der davon träumt, Polizist zu werden. Doch Laakens Wille ist ungebrochen. „Wenn ich mir ein Ziel setze, dann erreiche ich das auch. Geht nicht, gibt es nicht, sagt er oftmals.“ Er lernt hart für die Prüfungen und bereitet sich bestens vor. Er will bestehen. Schließlich versucht er es in Hessen erneut. Er hat bestanden.

Laaken zieht in die Polizeikaserne nach Kassel. Sein Traum wird wahr, er darf Polizist oder, wie er immer sagt, „Schutzmann“ werden. Voller Zuversicht fährt er nach Hessen, um endlich seine Ausbildung zu beginnen. Sein Leben selbst meistern, und das sehr früh, stand nun für den 17-Jährigen auf der Tagesordnung. „Ich war der Jüngste in meiner Hundertschaft und musste mich durchbeißen. Auch der Wechsel von Ihrhove in die Großstadt Kassel war für den jungen Mann eine neue Erfahrung. „Ich habe nie den Kontakt zu meinen Freunden, meiner Familie abgebrochen und bin regelmäßig nach Hause gefahren.“ Der Kontakt zur Heimat war ihm wichtig.

Er beendet die Ausbildung. Versetzt wurde er nach Frankfurt am Main. „Das war mit knapp 20 Jahren eine echte Herausforderung und hat mir nicht wirklich gefallen. Der Job war klasse, aber ich merkte, dass der Kontakt zu Heimat, Familie und Freunden durch die Entfernung litt“, erinnert sich Laaken mit Blick auf die Ems. Frankfurt, das war nicht seine Welt, und so schreibt Laaken einen Antrag auf Versetzung in das Bundesland Niedersachsen. Abgelehnt. 

„Das hat mich schon getroffen.“ Laaken sucht sich über einen Zeitraum von 1,5 Jahren einen Tauschpartner und wechselt 1994 zur Polizei nach Hannover. Er erinnert sich gerne an die Zeit in Hannover. Fünf Jahre blieb er dort und baute sich in Hannover einen Freundeskreis auf, ohne dabei seine Heimat und die Familie in Ostfriesland zu vernachlässigen.

Ich habe viele Opfer von Straftaten kennengelernt

„Der Wechsel nach Hannover hat in mir das Gefühl einer starken Zufriedenheit ausgelöst“, sagt Laaken. „Ich habe von dort an, in jungen Jahren, das wahre Leben mit allen Aspekten erleben müssen. Mein Einsatzort war die Stadtmitte, rund um die Drogenszene.“

Die Erfahrungen, das Erlebte, haben den damals 22-jährigen Laaken stark geprägt. „Ich habe viele Opfer von Straftaten kennengelernt. Bis heute versuche ich immer wieder, diesen Menschen Halt und Gehör zu geben. Vielleicht benutze ich deshalb auch gerne den Begriff Schutzmann.“

Nach fünf glücklichen Jahren in Hannover lässt der junge Mann sich zurück nach Ostfriesland versetzen. Dorthin, von wo er vor 7,5 Jahren die Welt in Frankfurt und Hannover kennenlernen durfte. Jetzt kommt er gerne zurück als gereifter Mann. „Zu Hause und in meiner Heimat angekommen habe ich meine Frau kennengelernt. Zusammen haben wir uns ein Leben in Ostrhauderfehn aufgebaut. „Ich habe in der Ferne immer gesagt, dass ich mich für andere Menschen engagieren möchte, wenn ich sesshaft geworden bin.“ In Ostrhauderfehn wurde Laaken sesshaft, betreute fast zehn Jahre lang eine Jugendfußballmannschaft und war für die gleiche Zeit auch Vereinsvorsitzender des Clubs.

Heute begleitet er als Polizist – oder wie er sagt Schutzmann – in Leer Familien, deren Kinder mit dem Gesetz in Konflikt gekommen sind. Er hilft ihnen, einen Weg raus aus den Problemen zu finden.

„Das Schönste ist, wenn mich diese Jugendlichen irgendwann auf der Straße freundlich grüßen und sich gerne an die Gespräche in meinem Büro erinnern. Dann weiß ich, dass mein Job Sinn ergibt.“

In all den vielen Gesprächen mit verzweifelten Eltern hilft Laaken oft die Erinnerung an seine eigene Jugend und das frühe selbstständige Leben in der Großstadt. Er weiß, was es bedeutet, sich ohnmächtig zu fühlen. Er weiß, wie es sich anfühlt, wenn eine Familie an den Rand der eigenen Kräfte kommt. Alles das hat ihn die Zeit in Hannover und Frankfurt gelehrt. Aber er weiß auch, dass man sich selbst herauskämpfen kann, wenn ein Ziel vor Augen steht. „Ich hatte das Ziel, den Dienst irgendwann in meiner Heimat zu verrichten. Das ist mir durch meinen langen Weg, mit viel Anstrengung und vielen Erlebnissen gelungen.“ 

Dieses Wissen prägt Laakens ganzes Wirken. Wenn Bürger ihn ansprechen, dass sie Probleme mit Behörden haben, gibt er ihnen seine Handynummer. „Rufen Sie mich heute Abend an, dann lösen wir das.“ Er hilft dabei, Anträge und Briefe an Behörden zu schreiben. Er will, dass sich niemand eingemauert fühlt.

Laaken sitzt auf seiner Bank über der Ems. Links die Werft und rechts die Brücke. Am Horizont drehen sich die Windräder. Hier ist er zu Hause. Hier hilft er jedem aus der Not, der seine Hilfe braucht. Hier kandidiert er auch für den Landtag. Hier gehört er hin. Er ist einer, der im Landtag in Hannover seine Heimat und das Leben seiner Mitmenschen nicht vergisst, sondern vertritt.

Zur Person

Sascha Laaken


In den letzten Wochen und Monaten haben wir unseren Mitarbeiter Norman auf eine Reise geschickt. Eine Reise quer durch Niedersachsen, um unsere Landtagsabgeordneten und unsere Kandidatinnen und Kandidaten für den Landtag zu treffen und kennenzulernen. Sechzehn Persönlichkeiten, mit außergewöhnlichen und unterschiedlichsten Lebensläufen, die die SPD im Landtag vertreten oder nach dem 15. Oktober vertreten wollen, hat Norman getroffen. Und er hat Portraits über sie geschrieben. Zu jedem Portrait hat Willi außerdem einen persönlichen Kommentar geschrieben.

„Ich würde Sascha Laaken wählen, weil er ein offenes Ohr für alle hat und für ihn der Schutz vor Ungerechtigkeiten oberste Priorität hat.“

Willi Lemke

Weitere Portraits findest du hier

KandidatInnenportraits