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Heimat, Handtke, Hand drauf!

Tobias Handtke will in den Landtag. Jetzt sitzt er vor seinem Haus. Die Sonne scheint. Die Kinder spielen im Garten. Er steht auf und geht in seine Küche. Die hat er selbst gebaut. „Was ich kann, mach ich alles selber“, sagt er zu mir, als er uns beiden einen frisch gebrühten Kaffee bringt.

„Es macht mir Spaß, selber etwas aufzubauen.“

Handtke hat schon viel in seinem Leben aufgebaut: Ein Haus, eine Familie und die SPD in seinem Heimatort Neu Wulmstorf.

Wenn man die Handtkes zu Hause besucht, erlebt man eine Familie mit viel Liebe und Zuneigung zueinander. Mitten in unserem Gespräch kommt Handtkes kleine Tochter vorbei, weil sie kurz in den Arm genommen werden will. Seine Frau kommt an den Tisch, beide besprechen kurz, wie die Familie den restlichen Tag miteinander gestalten will. 

Für Handtke ist seine Familie der Dreh- und Angelpunkt seines Lebens. Über seine Kinder sagt er: „Es erfüllt mich mit Stolz, Vater von drei Kindern zu sein.“ Für ihn ist es das schönste Kompliment, wenn ihm jemand sagt, dass er tolle Kinder hat. Darum will er auch, dass alle drei lernen, auf andere Rücksicht zu nehmen und sich für andere einzusetzen. „Ich will, dass wir Hilfsbereitschaft leben.“ – Und frei sollen sie sein; frei von Angst und Vorurteilen.

Handtke selbst ist anders aufgewachsen, als Einzelkind in einer Mietwohnung. Nicht in Saus und Braus, aber auch nicht in Armut. Prägend für seine Kindheit war dennoch die Vorsicht. Als Einzelkind war seine Mutter sehr besorgt, dass ihm etwas passieren könnte. Wenn er aufs Klettergerüst stieg, rief sie ihn zurück. „Ich weiß, dass die Zaghaftigkeit sich auf mich übertragen hat“, sagt er heute. Bei seinen Kindern versucht er, es etwas anders zu machen, ihnen die gleiche Liebe zu geben, die er erfahren hat, aber mehr loszulassen, damit das Kind selbstständig werden kann. Vielleicht ist die Zaghaftigkeit auch ein Grund, der ihn lange zögern ließ, den für ihn richtigen Weg zu gehen.

Anstatt die Ausbildung zu machen, die er richtig spannend findet, entscheidet er sich nach dem Abitur für ein Studium der Sozialwissenschaften. „Alle haben immer gesagt, richtig sicher bist du im Leben nur mit einem Studium.“ Handtke quält sich durch den Stoff. Spaß macht ihm das nicht immer. Aber abbrechen, das geht doch nicht. Irgendwann fasst er sich schließlich ein Herz. Er meldet sich zur Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann an – dort wo ihm das Arbeiten seit Beginn des Studiums Spaß macht: bei Karstadt.

Am Ende habe ich das getan, was mir guttut

Sein Leben lang liebt er schon Kaufhäuser. Er erinnert sich, schon als Kind mit großen Augen vor den bunten Regalen gestanden zu haben. Er liebt es, einzukaufen und mit neuen Produkten zu tun zu haben. Egal, ob im Sportgeschäft, im Baumarkt oder im Kaufhaus. „Der Handel hat mich schon immer fasziniert, Kommunikation mit Menschen, Waren bewegen. Am Ende habe ich das getan, was mir guttut: einen ordentlichen Beruf mit einer ordentlichen Ausbildung anzunehmen.“

Handtke ist ein ganz bodenständiger Mann. Seine Frau hat er bereits im Kindergarten kennengelernt. In die Ferne gezogen hat es ihn nie. Vor Ort engagiert er sich im Gemeinderat. Als er in die SPD eintrat, hatte die gerade mal 28 Prozent bei den Gemeinderatswahlen. Heute sind es 41 Prozent. Sein Heimatort Neu Wulmstorf ist von der CDU-Hochburg zur SPD-Hochburg geworden. „Das haben wir geschafft, weil wir den Menschen in der Gemeinde zuhören und ihre Sorgen ernstnehmen. Das ist für mich auch das, worum es geht. Ernst nehmen und Lösungen suchen statt zu meinen, man könnte immer gleich mit großen Reden die ganze Welt verändern.“ Besonders geht es ihm darum, sich selbst nicht zu wichtig zu nehmen.

„Hier vor Ort habe ich mich immer wohlgefühlt. Hier weiß ich, wie wir Dinge anpacken und möglich machen. Gemeinsam haben wir ganz konkrete Projekte hinbekommen, z. B. unser Freibad „gerettet“, neue Sportstätten mit den Vereinen aufgebaut, eine S-Bahn-Anbindung erkämpft, ein Familienzentrum gebaut und vieles mehr, vor allem diese Gemeinde familienfreundlicher entwickelt. Gemeinsame Veranstaltungen mit Vereinen wie zum Beispiel unseren Heidelauf haben sich etabliert und sind irgendwann als Idee auf meiner Laufstrecke entstanden, das erfüllt mich schon mit Stolz. Ich bin verwachsen mit meiner Heimat.“

Das Bodenständige gab Handtke immer Sicherheit. Aber nicht alles lässt sich von zu Hause aus lösen, und er gibt ein Beispiel an. „Wir haben so viele Familien, die unter den Gebühren für Kinderbetreuung ächzen. Vor Ort kann man das nicht lösen. Das geht nur in Hannover.“

Einer wie wir, einer von uns.

Handtke und seine Frau besprechen sehr ernsthaft, was es für die Familie bedeutet, für den Landtag zu kandidieren. Dann steht der Entschluss fest: Handtke kandidiert. Freunde und Mitglieder bestärken ihn in der Entscheidung, damit einer im Landtag sitzt, der wirklich hier im Wahlkreis zu Hause ist, der sich hier auskennt, kompetent ist und für die Leute da ist, der nicht nur für die eigene Karriere kandidiert. Einer, der das verkörpert, was die Menschen immer wieder fordern: „Einer wie wir, einer von uns.“

Ich frage Handtke, ob er sich sicher ist, dass er sich im Landtag in Hannover wird durchsetzen können. Da lächelt er und sagt: „Unterschätze mich nicht. Hier hat auch keiner geglaubt, dass die SPD mal die stärkste Kraft wird. Außerdem bin ich nicht nur leidenschaftlicher Kommunalpolitiker, sondern auch HSV-Fan, mit beiden lebt und liebt man ständig die Herausforderungen“, zeigt Handtke ein verschmitztes Lächeln.


In den letzten Wochen und Monaten haben wir unseren Mitarbeiter Norman auf eine Reise geschickt. Eine Reise quer durch Niedersachsen, um unsere Landtagsabgeordneten und unsere Kandidatinnen und Kandidaten für den Landtag zu treffen und kennenzulernen. Sechzehn Persönlichkeiten, mit außergewöhnlichen und unterschiedlichsten Lebensläufen, die die SPD im Landtag vertreten oder nach dem 15. Oktober vertreten wollen, hat Norman getroffen. Und er hat Portraits über sie geschrieben. Zu jedem Portrait hat Willi außerdem einen persönlichen Kommentar geschrieben.

„Ich unterstütze Tobias Handtke, weil seine Bodenständigkeit ihm Kraft gibt, große Dinge und Herausforderungen zu meistern. Im Fußball sind wir vielleicht Rivalen, aber in der Politik sind wir auf gleichem Kurs!“

Willi Lemke

Weitere Portraits findest du hier

KandidatInnenportraits