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Bernd Lynack schaut hin

Bernd Lynack steht früher auf. Jeden Morgen macht er Frühstück für seine ganze Familie. Erst danach fährt er in den Landtag. Er ist ein Familienmensch, der immer für einen da ist, wenn man ihn braucht. Sein Lebensmotto lautet: „Man darf nicht wegschauen – bei gar nichts!“

Bernd Lynack hatte eine glückliche Kindheit. Seine Eltern bringen ihren Kindern viel Liebe und Zuneigung entgegen. In der Familie passt man aufeinander auf und geht gut miteinander um.
Umso mehr irritiert den jungen Bernd, dass das nicht überall selbstverständlich ist. Als Kind und Jugendlicher erlebt er mit, wie in den Familien mancher Freunde Streit herrscht. Er erlebt Konflikte in der eigenen Schulklasse. Für den Jungen aus glücklichen Verhältnissen wirken diese Streitereien immer fremd.

Man muss Ungerechtigkeiten erkennen

Zu Anfang entzieht er sich noch den Streitigkeiten, schließlich entscheidet er sich dafür, sich einzumischen. Schon als Schüler schicken ihn die Klassenkameraden vor, wenn es mit den Lehrern etwas zu klären gilt oder sie rufen ihn dazu, wenn Streit geschlichtet werden muss. „Ich habe früh gemerkt, dass ich gegen Ungerechtigkeit etwas unternehmen kann.“

Nach der Realschule macht Lynack eine Ausbildung und beginnt zu arbeiten. Für ihn ist klar, dass er auch der Gewerkschaft beitritt. Er wird zur Vertrauensperson bei Verdi. Dort setzt er sich für die Rechte von Auszubildenden ein. Er möchte nicht, dass junge Azubis ausgebeutet werden.

„Es kann doch nicht sein, dass ein Chef einem Azubi nach der Arbeit einen Stapel Wäsche in die Hand drückt und sagt, er solle das zur Wäscherei bringen. Und das alles nur, weil der Azubi sich nicht zu wehren traut.“ Lynack geht gegen solche Praktiken vor.

„Mich hat immer das Gefühl getragen, dass man Ungerechtigkeiten erkennen muss und sie dann abstellen kann. Und genau so habe ich auch immer gehandelt.“

Für Lynack kommt die große Wende in seinem Leben mit der Geburt seiner Tochter. „Sie war ein echtes Wunschkind für uns. Was man aber vor der Geburt eines Kindes nicht ahnt, ist, wieviel sich dadurch verändert.“ Lynack ergeht es nicht anders, als anderen Eltern. Mit dem Kind ist das eigene Leben auf den Kopf gestellt.

Ich schaue nicht weg

Sein großer Wunsch war es, selbst in Elternzeit zu gehen. „Ich hätte gerne die ersten Monate mit unserer Tochter geteilt. Aber es ging nicht. Der Lohnunterschied zwischen meiner Frau und mir war zu groß und deshalb blieb meine Frau zu Hause und ich musste Geld verdienen.“ Für Lynack ist diese Erfahrung wichtig. Sie ist für ihn ein Ansporn die Dinge zu ändern. „Wir haben zu wenige Väter, die es sich leisten können zu Hause zu bleiben. Ich wollte das und es ging nicht. Und alles nur, weil Frauen zu häufig weniger verdienen als Männer. Das ist ungerecht für alle Beteiligten. Ungerecht für meine Frau, weil sie weniger verdient. Ungerecht für mich, weil ich deshalb keine Elternzeit nehmen konnte. Das muss anders werden.“

Für Lynack ändert sich in dieser Zeit viel. „Ich war immer stolz darauf, freiwillig Verantwortung zu übernehmen. Damals habe ich verstanden, dass Verantwortung zu übernehmen, nicht immer nur freiwillig ist. Du kannst Deinem Kind nicht einfach sagen, heute möchte ich keine Verantwortung übernehmen. Man muss das immer tun. Du kannst nicht einfach sagen, ich will aber mit dem Kind zu Hause bleiben, wenn man dann nicht mehr weiß, wie man die Familie ernährt. Viele Entscheidungen fallen aus schlichter Notwendigkeit.“ Seit diesen Tagen lebt Lynack bewusster und nimmt sich vor, sich auch dann der Verantwortung zu stellen, wenn es unangenehm wird. Dafür ist er heute auch im Landtag bekannt.

In dieser Zeit also prägt er sein Lebensmotto: „Ich schaue nicht weg. Bei gar nichts.“

Lynack verändert die Dinge

Lynack sieht nicht weg – nie, bei gar nichts. Diesen Satz lebt er mit aller Konsequenz. Wenn er Ausbeutung erkennt, geht er dagegen vor. „Ich mache mir nicht nur Freunde damit. Aber man darf nicht wegschauen. Vom Wegschauen wird gar nichts besser.“ Lynack will, dass Themen wie Armut mehr besprochen werden. „Armut ist schrecklich. Hier dürfen wir nicht wegschauen.“ Er thematisiert die Selbstausbeutung in der Kultur. „Oft wollen Künstler selbst nicht wahrhaben, für wie wenig Geld sie arbeiten. Aber wenn wir wegschauen, dann ändert sich nichts.“ Und Lynack schweigt auch nicht bei rechtsradikalen Parolen. „Ich weiß, dass ich nicht verhindern kann, dass es Rassisten gibt. Aber ich kann hinsehen und immer und immer wieder widersprechen. Denn diese Leute wollen das Falsche.“

Heute ist Lynack ein angesehener Abgeordneter im Landtag von Niedersachsen. Er erreicht viel für seinen Wahlkreis Hildesheim. Vielleicht auch gerade deshalb, weil er gelernt hat, dass Verantwortung manchmal bedeutet, auszuhalten, dass man nicht sofort alles ändern kann.

Bernd Lynack steht früher auf. Er macht Frühstück für seine Familie. Danach fährt er in den Landtag und verändert die Dinge, statt sie aus dem Blick zu verlieren.

Zur Person

Bernd Lynack


In den letzten Wochen und Monaten haben wir unseren Mitarbeiter Norman auf eine Reise geschickt. Eine Reise quer durch Niedersachsen, um unsere Landtagsabgeordneten und unsere Kandidatinnen und Kandidaten für den Landtag zu treffen und kennenzulernen. Sechzehn Persönlichkeiten, mit außergewöhnlichen und unterschiedlichsten Lebensläufen, die die SPD im Landtag vertreten oder nach dem 15. Oktober vertreten wollen, hat Norman getroffen. Und er hat Portraits über sie geschrieben. Zu jedem Portrait hat Willi außerdem einen persönlichen Kommentar geschrieben.

„Ich unterstützte Bernd Lynack, weil er die Menschen aus Hildesheim versteht und im Landtag ihre Bedürfnisse thematisiert!“

Willi Lemke

Weitere Portraits findest du hier

KandidatInnenportraits