Bild: Patrick Josefowiez

SPD setzt sich mit Forderung zu Landarztquote durch

Wichtiger Impuls für den ländlichen Raum

Schon heute ist die hausärztliche Versorgung im ländlichen Raum und in städtischen Regionen ungleich verteilt. Dieses Phänomen wird sich in Zukunft aufgrund des demografischen Wandels noch verstärken: „Um dieser Entwicklung zu begegnen und auch zukünftig eine flächendeckende Versorgung mit engagierten Hausärztinnen und Hausärzten sicherzustellen, haben wir die Landarztquote nach intensiven Gesprächen auf den Weg gebracht. Das ist ein wichtiger Impuls für das Cuxland und den Landkreis Osterholz“, berichtet der heimische SPD-Landtagsabgeordnete Oliver Lottke aus Loxstedt. Der Gesetzesentwurf der Regierungsfraktionen wird bereits im kommenden Plenum eingebracht.

Wer im ländlichen Bereich lebt, hat oft einen weiten Weg in die nächste Hausarztpraxis. Während der Versorgungsbedarf mit einer alternden Bevölkerung steigt, werden im Jahr 2030 etwa 60 Prozent der rund 5000 niedergelassenen Hausärztinnen und Hausärzte in Niedersachsen im ruhestandsfähigen Alter sein. „Auch im Cuxland und im Landkreis Osterholz wissen wir, dass schon jetzt bei der Neubesetzung von Hausarztpraxen große Schwierigkeiten bestehen. Daran ändert auch der Sicherstellungsauftrag der formal zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen nichts“, erklärt Lottke. Der SPD-Politiker war als stellvertretender Vorsitzender Mitglied der vom Niedersächsischen Landtag eingesetzten Enquetekommission „Sicherstellung der ambulanten und stationären medizinischen Versorgung in Niedersachsen – für eine qualitativ hochwertige und wohnortnahe medizinische Versorgung“. Die Kommission hatte nach ausführlichen Beratungen und nach Einbeziehung zahlreicher Experten aus unterschiedlichsten Bereichen in ihrer letzten Sitzung am 22. Februar 2021 den Abschlussbericht vorgelegt.

Der nun vorgelegte Gesetzentwurf sieht vor, pro Jahr je 20 Medizin-Studienplätze an den drei niedersächsischen Hochschulstandorten Hannover, Göttingen und Oldenburg bevorzugt an Bewerberinnen und Bewerber zu vergeben, die sich für zehn Jahre auf eine hausärztliche Tätigkeit in mangelversorgten Regionen verpflichten. Sollte die Position vor Ablauf der Frist aufgegeben werden, muss eine Ausbildungsentschädigung von bis zu 250.000 Euro gezahlt werden.

„Die Auswahl der Interessierten basiert auf ihrer fachlichen und persönlichen Eignung für die Arbeit als Landärztin oder Landarzt, die sie durch ihre bisherigen Aktivitäten und schulischen Leistungen, Tests sowie Auswahlgespräche unter Beweis stellen“, verdeutlicht Lottke. So sei sichergestellt, dass auch die Menschen im Cuxland und im Landkreis Osterholz einen verlässlichen Zugang zu fähigen und hochmotivierten Medizinerinnen und Medizinern haben.

Zugleich verwies der SPD-Politiker darauf, dass das Gesetz zur Landarztquote kein Allheilmittel sein könne: „Gleichwohl ist es aber ein wichtiger, weiterer Schritt zur Verbesserung der medizinischen Versorgung im ländlichen Raum.“ Bereits 2017 habe die SPD-geführte Landesregierung mit der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen eine strategische Partnerschaft geschlossen und zahlreiche Maßnahmen für eine zukunftssichere Ausgestaltung der ambulanten Versorgung vereinbart. So können unter anderem zukünftige Landärztinnen und Landärzte ein Stipendium von 400 Euro erhalten, ausgebildete Medizinerinnen und Mediziner werden bei der Gründung einer Praxis auf dem Land unterstützt. Diese Kooperation wird mit dem vorgelegten Doppelhaushalt fortgeführt, ergänzt Lottke abschließend.