: Im Garten der Tagespflege der Diakonie in Moormerland (von links): der neu gewählte Moormerländer Bürgermeister Hendrik Schulz (SPD), die ebenfalls neu gewählte SPD- Bundestagsabgeordnete Anja Troff-Schaffarzyk, Pflegedienstleiterin Traute Buß, Ministerin Daniela Behrens und SPD-Landtagsabgeordnete Hanne Modder. Bild: Schröder

Ministerin Behrens: Nicht nur negativ über die Pflege reden

Moormerland – „Warum reden wir über die Pflege nur negativ und stellen nicht die positiven Seiten, den Mehrwert in unserer Gesellschaft nach vorne?“ Diese Frage stellte die niedersächsische Sozial- und Gesundheits-ministerin Daniela Behrens bei einem Besuch der Tagespflege der Diakonie in Moormerland. Eingeladen dazu hatte die SPD-Landtagsabgeordnete Hanne Modder (Bunde) gemeinsam mit der gerade in den Bundestag gewählten SPD-Kreisvorsitzenden Anja Troff-Schaffarzyk (Uplengen). Begleitet wurden sie vom jetzt neu gewählten Bürgermeister Hendrik Schulz aus Moormerland.

Die Tagespflege der Diakonie hat 20 Plätze und ist von montags bis freitags so stark nachgefragt, dass die Diakonie einen Neubau plant. „Wir haben sehr viele Anfragen. Tagespflege passt eben gut für pflegende An-gehörige. Das funktioniert“, meinte Traute Buß, Pflegedienstleiterin der Tagespflege Moormerland.

Wegen der geregelten Arbeitszeiten habe die Tagespflege derzeit noch wenig Probleme, Personal zu finden. „Geld ist nicht das Thema. Vielmehr kommt es auf Wertschätzung und die Art der Belastung an“, so Buß.

Bei der stationären Pflege sehe das natürlich anders aus, meinte Daniela Behrens. Der „riesige Fachkräftebedarf“ mache ihr große Sorgen. Sie will sich dafür einsetzen, mehr Helferberufe zu schaffen, um die Pflegekräfte zu entlasten und somit bessere Rahmenbedingungen zu schaffen.

„Aber es wird mehr Geld kosten, das muss aber auch so deutlich angesprochen werden. Das geht nur über die Pflegeversicherung oder über Steuergeld. Und wir müssen den Eigenanteil der Pflegebedürftigen endlich deckeln“, meinte Modder.

Trotz aller Sorgen gebe es aber keinen Grund, nur pessimistisch zu sein: „Wir helfen Menschen, die einsam sind, und entlasten Angehörige. Und wir haben ein tolles Team. Es gibt keinen Grund, immer nur schlecht über die Pflege zu reden. Dann wird sich kein junger Mensch für diesen schönen Beruf entscheiden“, meinte Buß.