Florian Graf von Bothmer und Lars Klingbeil sprachen in Scheeßel-Westervesede über Herausforderungen und Hilfen für die Bothmer Pyrotechnik in der Pandemie.

Klingbeil: Existenzsichernde Hilfe für Bothmer Pyrotechnik – Pyroland

Der heimische Bundestagsabgeordnete Lars Klingbeil war zusammen mit dem Vorsitzenden der SPD Scheeßel, Marc Ostrowski, bei der Bothmer Pyrotechnik GmbH in Scheeßel-Westervesede, um mit Geschäftsführer Jan-Florian Graf von Bothmer zu sprechen. Klingbeil hatte sich dafür stark gemacht, dass dem von den Auswirkungen der Pandemie hart getroffenen Unternehmen geholfen wird und wollte nun sehen, ob die Hilfe auch nachhaltig wirken.

Im Juli sei die Überbrückungshilfe III an sein Unternehmen ausgezahlt worden, berichtete Graf von Bothmer. Dies sei zwar später als gehofft, aber die Hilfsgelder seien für das Unternehmen existenzsichernd, so der Geschäftsführer, der sich nochmal für Klingbeils Einsatz bedankte. Mit der Überbrückungshilfe III werden Unternehmen und Soloselbstständige unterstützt, die von den Maßnahmen zur Pandemie-Bekämpfung besonders stark betroffen sind. Es handelt sich um Zuschüsse, die nicht zurückgezahlt werden müssen. „Ich bin Bundesfinanzminister Olaf Scholz sehr dankbar, dass er das Geld schnell zur Verfügung gestellt hat und mir war es immer wichtig, dass die Hilfen auch schnell bei den Betroffenen ankommen“, macht Lars Klingbeil deutlich und ergänzt: „Nach den Rückmeldungen von Unternehmerinnen, Unternehmern und Soloselbstständigen aus unserer Region, dass es bei der Auszahlung Verzögerungen gibt, habe ich immer wieder beim dafür zuständigen Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier Druck gemacht.“

Verkaufsverbot führte zu logischer Herausforderung

Jan-Florian Graf von Bothmer und Lars Klingbeil sprachen auch über das Verbot von Silvesterfeuerwerk zum Jahreswechsel 2020/21 und über Zukunftsperspektiven. Der Geschäftsführer der Bothmer Pyrotechnik kritisierte das Verkaufsverbot hinsichtlich viererlei Punkte. Auf der Basis fundierter Nachforschungen gebe es ihm zufolge nahezu keine Intensivstationsfälle durch legales Feuerwerk. Laut von Bothmer seien zudem neben einem der strengsten Sprengstoffgesetze der Welt, Kontaktbeschränkungen, einem An- und Versammlungsverbot sowie dem Verbot von Feuerwerken auf öffentlichen Plätzen alle pandemisch wirkenden Faktoren eliminiert worden. „Silvester mit Feuerwerk ist für viele Menschen ein Abschied von schwierigen Zeiten und Neuanfang – diese Möglichkeit wurde ihnen genommen in einem Jahr, das ohnehin außergewöhnlich viele Umstellungen und Entbehrungen mit sich brachte“, so von Bothmer. Seiner Meinung nach werde der illegale Handel mit extrem gefährlichen pyrotechnischen Gegenständen durch Verbote massiv gefördert.

Die Branche sei durch das Abgabeverbot in Existenznot geraten und laut Bothmer hätten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bis heute damit zu tun, die nicht verkaufte Ware wieder zurückzunehmen und zu lagern. Bis 2022 würde man laut dem Geschäftsführer mit dieser logistischen Herausforderung zu tun haben. Ein weiteres kurzfristiges Abgabeverbot von Pyrotechnik wie im letzten Jahr wäre laut Graf von Bothmer eine wirtschaftliche Katastrophe für die Branche. Klingbeil und von Bothmer waren sich einig, dass alles dafür getan werden müsse, einen erneuten Lockdown und ein Abgabeverbot von Feuerwerk in diesem Jahr zu vermeiden.

Sonderhilfen für die Pyrotechnikindustrie

Im Rahmen der Überbrückungshilfe III gab es eine besondere Regelung für die Pyrotechnikindustrie, die sehr stark unter dem Ausfall des Silvesterfeuerwerks gelitten hat. So konnten diese Unternehmen eine Förderung für die Monate März bis Dezember 2020 beantragen und zusätzlich Lager- und Transportkosten für den Zeitraum Dezember 2020 bis Juni 2021 zum Ansatz bringen. Diese Sonderregelung für die Branche wurde auf Druck der SPD geschaffen und Klingbeil hatte sich dafür beim Bundeswirtschaftsministerium eingesetzt.

Klingbeil: Weiter im Austausch bleiben

Bei einem Rundgang über das Unternehmensgelände erläuterte Graf von Bothmer noch, dass das Unternehmen am Standort 14 Beschäftigte habe. In der Saison steige die Zahl der Arbeitskräfte dann enorm auf etwa 70 an, um die logistischen Aufgaben zu erledigen. In Zukunft möchte sich das Unternehmen in Scheeßel-Westervesede erweitern. Lars Klingbeil sicherte bei seinem Besuch zu, auch künftig im Austausch bleiben zu wollen und bei Fragen jederzeit ansprechbar zu sein.