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Demo von Kulturschaffenden in Braunschweig: Dr. Christos Pantazis und Annette Schütze bekundeten ihre Solidarität

„Wirtschaftshilfen müssen schnell fließen. Die Kulturschaffenden brauchen zeitnah eine Perspektive. Schritt für Schritt muss ein Weg eröffnet werden, der ihnen die Ausübung ihrer Berufe wieder ermöglicht.“

Die SPD-Landtagsabgeordneten Dr. Christos Pantazis und Annette Schütze schlossen sich dem „Kulturzug“ an und bekundeten ihre Solidarität mit den Betroffenen der Kulturbranche.

Ohne sie ist es still: Kulturschaffende dürfen seit März 2020 fast durchgehend aufgrund der Corona-Pandemie nicht arbeiten. Darauf und auf die damit verbundenen Schwierigkeiten für die Branche machen Kulturschaffende am heutigen Sonntag in Braunschweig mit der Demonstration „Kulturzug“ aufmerksam. Auch Dr. Christos Pantazis, wirtschaftspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, und Annette Schütze, als SPD-Landtagsabgeordnete Mitglied im Ausschuss für Wissenschaft und Kultur, sind vor Ort, um ihre Solidarität mit den Betroffenen zu bekunden.

Dr. Christos Pantazis: „Die Pandemie trifft die Kulturbranche besonders hart, etwa ein Drittel aller Erwerbstätigen im Kultursektor sind Solo-Selbstständige oder Freiberufler. Entsprechend groß ist der Bedarf an Wirtschaftshilfen. Glücklicherweise hat die Politik hier nachjustiert. Das Corona-Hilfspaket „Neustart Kultur“ des Bundes wurde um eine weitere Milliarde Euro aufgestockt. Und auch mit der Überbrückungshilfe III – vor wenigen Tagen hat der Bund erste Abschlagszahlungen auf den Weg gebracht –  erhalten die Kulturschaffenden Unterstützung. Die im Rahmen der Überbrückungshilfe III festgelegte „Neustarthilfe“ kommt Soloselbstständigen sowie unständig Beschäftigten und kurz befristet Beschäftigten in den darstellenden Künsten zugute.“ Der Wirtschaftspolitiker betont, dass die Hilfen schnell und unbürokratisch fließen müssen. Er mache sich außerdem für ein Brückenhilfe-Programm stark, das die Finanzierung der laufenden Kosten in der Zeitspanne sicherstelle, in der die Überbrückungshilfe III des Bundes noch nicht vollständig verfügbar sei, so Pantazis.

Annette Schütze teilt diese Auffassung: „Wenn aufgrund der Pandemie der Kulturbetrieb angehalten wird, müssen Bund, Land und Kommunen schnell wirksame Programme auflegen, die unbürokratisch helfen. Die Hilfen dürfen nicht mit zu vielen Hürden verbunden sein.“

Neben den wirtschaftlichen Hilfen halten Pantazis und Schütze es für ebenso essenziell, der Branche unter Berücksichtigung bestimmter Parameter zeitnah eine Zukunftsperspektive aufzuzeigen. „Den Betroffenen muss Schritt für Schritt ein Weg eröffnet werden, der ihnen die Ausübung ihrer Berufe wieder ermöglicht“, machen die beiden SPD-Landtagsabgeordneten deutlich. Schütze: „Die Kulturschaffenden müssen seit Monaten defacto mit einem Berufsverbot leben. Ihre Frustration und Verzweiflung darüber ist daher mehr als verständlich.“

Als erstes Bundesland hat das Land Niedersachsen einen Sechs-Stufen-Plan erarbeitet, der derzeit breit diskutiert und weiterentwickelt wird. „Auf Basis dieses Stufenplans und mit einer Konzeption aus Smart Distancing und Antigen-Schnelltests könnte die Wiederbelebung der Kulturbranche ermöglicht werden“, erläutert Pantazis. Der Wirtschaftspolitiker hält es für ein schweres Versäumnis, dass sich die Akteure bei der jüngsten Bund-Länder-Konferenz nicht auf einen Stufenplan verständigt haben: „Nicht nur die Kulturschaffenden, wir alle brauchen einen Corona-Perspektivplan. Nach fast einem Jahr Pandemie wird der Ruf danach in der Bevölkerung verständlicherweise immer lauter.“

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