Die niedersächsische Europaministerin Birgit Honé in Schiffdorf Bild: Patrick Josefowiez

Regionales Versorgungszentrum Wurster Nordseeküste – Mehr als 1,1 Millionen Euro Förderung vom Land

Lottke: „Wichtiges Modellprojekt und guter Baustein“

Niedersachsens Regionalministerin Birgit Honé fördert den Aufbau eines Regionalen Versorgungszentrums (RVZ) in der Gemeinde Wurster Nordseeküste. Wie der heimische SPD-Landtagsabgeordnete Oliver Lottke aus Loxstedt mitteilt, hat das SPD-geführte Ministerium am (heutigen) Freitag einen weiteren Förderbescheid über 1.142.500 Euro erlassen. „Ein ganz wichtiges Modellprojekt zur medizinischen Versorgung auf dem Land und zugleich ein guter Baustein,  um im Cuxland auch weiterhin eine angemessene ambulante medizinische Versorgung zu sichern“, so Lottke. Der SPD-Politiker ist stellvertretender Vorsitzender der vom Niedersächsischen Landtag eingesetzten Enquetekommission „Sicherstellung der ambulanten und stationären medizinischen Versorgung in Niedersachsen – für eine qualitativ hochwertige und wohnortnahe medizinische Versorgung“ (kurz: Enquetekommission Medizinische Versorgung). Er erwarte, so Lottke, nach Erstellung des Abschlussberichts der Kommission Ende Februar weitere Erkenntnisse und Empfehlungen, wie langfristig die medizinische Versorgung im Cuxland und im Landkreis Osterholz gesichert und noch ausgebaut werden könne.

Am Donnerstag (17.12.2020) hatte der Gemeinderat Wurster Nordseeküste dem Projekt seine Zustimmung erteilt hat: Damit ist der Weg frei, dass der Landkreis Cuxhaven und die Gemeinde Wurster Nordseeküste ein neues Konzept der Daseinsvorsorge für die Region erproben können. „Schwierige Zeit wie die aktuelle Pandemie-Krise zeige, wie elementar eine verlässliche Gesundheitsversorgung gerade im ländlichen Raum ist“, so der SPD-Landtagsabgeordnete.

Das RVZ soll die hausärztliche Versorgung sichern und gleichzeitig weitere Angebote der Daseinsvorsorge an einem zentralen und gut erreichbaren Ort bündeln. Den Kern des Nordholzer RVZ soll ein Medizinisches Versorgungszentrum bilden, in dem angestellte Medizinerinnen und Mediziner die hausärztliche Versorgung sichern. Darüber hinaus ist geplant, eine orthopädische Praxis zu integrieren. Außerdem sollen verschiedene (medizinnahe) Dienstleister angedockt werden: Hierzu zählen beispielsweise eine Physio- und Ergotherapiepraxis, ein Sanitätshaus, eine Tagespflege oder Gesundheitskurse der VHS. Der gesamte Komplex bildet das RVZ. In diesem sollen auch neue Ansätze wie Telemedizin oder der Einsatz von VERAHs (Versorgungsassistent*In in der Hausarztpraxis) erprobt werden. Damit sollen Mobilitätsprobleme auf dem Land abgefedert und die Hausarztversorgung entlastet werden. Um einen generationenübergreifenden Begegnungsort zu schaffen, soll auch ein Café eingerichtet werden.

Das RVZ soll in das ehemalige „Sanitätszentrum Nordholz“ der Bundeswehr am Feuerweg 6c im neuen Zentrum von Nordholz ziehen und Ende kommenden Jahres in Betrieb gehen. Damit wäre es nicht nur ein gelungenes Beispiel für Konversion und eine Aufwertung der Ortsmitte, sondern ist durch den nahen Bahnhof und das Anruf-Sammeltaxi verkehrlich gut angebunden.

Lottke: „Leben auf dem Land braucht Sicherheit – die gesundheitliche Versorgung ist dabei von entscheidender Bedeutung. Die SPD-geführte Landesregierung setzt sich mit allem Nachdruck dafür ein, den ländlichen Raum als lebenswertes Pendant zum urbanen Wohnraum zu stärken.“

 

*Das Foto ist vor Corona entstanden