v.l.: Der Bundestagsabgeordnete Lars Klingbeil, die Prokuristen der Tegeler-Gruppe, Gabriele Gallinat, der Landtagsabgeordnete Sebastian Zinke, die Leiterin des Riethagenhofs, Claudia Domberg, Hodenhagens Bürgermeister Karl Gerhard Tamke und der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Ahlden, Gernot Bäßmann.

Klingbeil und Zinke: „Beklatschen allein reicht nicht“

Der Bundestagsabgeordnete Lars Klingbeil und der Landtagsabgeordnete Sebastian Zinke haben zusammen mit Hodenhagens Bürgermeister Karl Gerhard Tamke und dem Vorsitzenden des SPD-Ortsvereins Ahlden, Gernot Bäßmann, das Pflegezentrum Riethagenhof in Hodenhagen besucht. Im Zentrum des Austausches standen die aktuellen Auswirkungen der Corona-Pandemie sowie zukünftige Unterstützungsmaßnahmen.

Seit 2010 bietet der Riethagenhof 50 Plätze an. Mit dem Neubau sind im September vergangenen Jahres zusätzlich 27 Plätze dazugekommen. Während der Corona-Pandemie steht die Einrichtung vor der Aufgabe, den Betreuungsstandard der Einrichtung aufrechtzuerhalten und die Schutzmaßnahmen für die Bewohnerinnen und Bewohner sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewährleisten. Die Pandemie bedeutet gerade für die Altenpflege eine enorme Mehrbelastung. Viele der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hätten aufgrund gesundheitlicher Risiken und Vorsichtsmaßnahmen nicht mehr arbeiten können, erzählte die Leiterin des Riethagenhofs, Claudia Domberg.

„Pflegebonus muss schnell ausgezahlt werden“

Der Bundestagsabgeordnete Lars Klingbeil betonte, dass das Beklatschen der Pflegerinnen und Pfleger zwar eine schöne Form der Anerkennung sei, diese jedoch nicht reiche: „Der Altenpflege-Bonus von 1000€, den der Bundestag beschlossen hat, ist eine Verbesserung und muss nun schnellstmöglich ausgezahlt werden“, so der SPD-Politiker. Das Land Niedersachsen will den Bonus um weitere 500€ aufstocken. Gemeinsam mit Sebastian Zinke, Karl Gerhard Tamke und Gernot Bäßmann bedankte sich Klingbeil bei den Altenpflegerinnen und -pflegern für die geleistete Arbeit der letzten Monate.

Das Pflegezentrum Riethagenhof hat einen Wohnbereich für demenzkranke Menschen. Gerade für die dort lebenden Menschen seien die letzten Monate keine leichte Zeit gewesen, berichtete Domberg. Gemeinschaftsaktivitäten und der Kontakt zu anderen Bewohnerinnen und Bewohnern waren lange untersagt. Nun sei es an der Zeit, mehr Normalität zu ermöglichen. Die beschlossenen Lockerungen der Maßnahmen dürften jedoch keinesfalls das gesundheitliche Risiko für die Bewohnerinnen, Bewohner, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erhöhen, waren sich alle Gesprächsteilnehmer einig.

Ein vermehrtes Testen, das keinen Verdachtsfall voraussetze, könne hierfür ein weiterer Schritt sein. Häufig gebe es jedoch Unklarheiten bei der Kostenübernahme der entsprechenden Tests, so Domberg. Klingbeil kündigte an, für das Pflegezentrum nachzuhaken, wer die Kosten von Tests übernimmt, wenn kein Verdachtsfall besteht.

Klingbeil: Brauchen allgemein verbindlichen Tarifvertrag

Zum Abschluss des Besuches machte der Bundestagsabgeordnete deutlich, dass der Beruf des Altenpflegers insgesamt gestärkt werden müsse: „Wir brauchen endlich einen allgemein verbindlichen Tarifvertrag in der Altenpflege, der zum einen eine dauerhafte Wertschätzung ausdrückt und zum anderen auch dabei helfen kann, junge Menschen für eine Ausbildung in der Pflege zu begeistern. Die Ausbildung selbst muss gerade auch während der Corona-Pandemie flexibler gestaltet werden können. Schließlich ist während der Pandemie deutlich geworden, wer die Alltagsheldinnen und -helden sind“, so Klingbeil.