Im Gespräch (von links): Hanne Modder (SPD-Landtagsabgeordnete), Gerda Wille (Mitglied im Kreistag und im Rat Moormerland für die SPD), Tiemo Wölken (SPD-Europaabgeordneter) und Eilert Smit. Bild: Schröder

Landwirte am Fehntjer Tief: Ermessenspielraum nutzen

Ayenwolde – „Ihr habt mehr Erfolg, wenn ihr es mit uns und nicht gegen uns macht.“ Mit diesen Worten warb Landwirt Eilert Smit beim SPD-Europaabgeordneten Tiemo Wölken und Hanne Modder dafür, bei der Ausweisung von Schutzgebieten im Gebiet Flumm/Fehntjer Tief die Existenz der Landwirte nicht zu gefährden. Wölken und Modder waren zum Hof von Eilert Smit gekommen, um sich vor Ort zu informieren. Am Besuch nahmen auch die Moormerländer SPD-Ratsmitglieder Gerda Wille, Hendrik Schulz und Carsten Janssen teil.
Seit Wochen läuft die Diskussion um die Schutzgebiete, die an die Europäische Union gemeldet werden müssen. Umweltminister Olaf Lies hat eine Frist bis zum 15. Oktober gesetzt – an diesem Tag sollten die Meldungen in seinem Ministerium vorliegen. Viele Landwirte – darunter auch Eilert Smit – befürchten, dass sie nicht mehr wirtschaftlich arbeiten können, wenn Teile ihrer Flächen unter Naturschutz gestellt werden. Im Falle des Hofes Smit sind es nach derzeitigen Planungen 60 Prozent. Vor allem die drohenden Regelungen für die Mahd, die Düngung und die Weide-Besatzdichte „machen einen wirtschaftlichen Betrieb unseres Hofes dann unmöglich. Aber was nützt es der Natur, wenn die Landwirte verschwinden? Vor nur 20 Jahren gab es noch mehr als doppelt so viele Milcherzeuger, und immer wenn ein Bauer verschwindet, leidet die Natur“, so Smit.
Die Hoffnungen richten sich jetzt auf die Verhandlungen mit den beiden Landkreisen Aurich und Leer, an denen auch Eilert Smit, gleichzeitig Vorsitzender des Vereins „Nachhaltige Naturlandschaft e. V.“, teilnimmt. Er fordert, dass nicht Naturschutzgebiete, sondern Landschaftsschutzgebiete ausgewiesen werden, die der Natur und den Landwirten mehr Spielraum lassen. Ziel des Vereins ist es, sich auch in Zukunft aktiv in die Gestaltung des Gebietes einzubringen. „Offenbar gibt es einen Ermessensspielraum. Wenn er genutzt wird, kann es eine Lösung geben, mit der alle leben können“, meinten Wölken und Modder.