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Drei-Phasen-Konzept für Tourismus | Regionale Tourismuswirtschaft braucht Fahrplan

Tourismuswirtschaft, Hotellerie und Gastronomie sind massiv von der Corona-Krise betroffen. Um den Unternehmen und den bundesweit drei Millionen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine Perspektive zu geben und die Auflagen für diesen Sektor schrittweise zurückzunehmen, haben Baden-Württemberg, Niedersachen und Nordrhein-Westfalen ein Drei-Phasen-Konzept entwickelt, das sie in die Wirtschaftsministerkonferenz einbringen werden. Wie der heimische SPD-Landtagsabgeordneten Oliver Lottke aus Loxstedt erklärte, soll nach diesem heute vorgestellten Konzept die Öffnung eingeleitet werden mit touristischen Outdoor-Angeboten wie Zoos, Freizeitparks und Klettergärten. In der zweiten Phase folgen Restaurants und mit eingeschränkter Nutzung Ferienwohnungen sowie Hotels. Später soll dann der Übernachtungstourismus ohne Einschränkungen wieder möglich sein.

Lottke begrüßte das Vorhaben: „Niedersachsen ist ein begehrtes Reiseziel. Allein im vergangenen Jahr wurden mehr als 46 Millionen Übernachtungen und über 15,4 Millionen Gäste aus dem In- und Ausland gezählt. Auch unsere heimische Region, das Cuxland und der Landkreis Osterholz, sind beliebt. Die niedersächsische SPD-Landtagsfraktion hat bereits vor wenigen Wochen einen gesonderten Rettungsschirm für die Tourismusbranche auf Bundesebene gefordert. Ich bin froh, dass die Wirtschaftsminister sich jetzt des Themas angenommen haben. Die Corona-Pandemie darf nicht zu einem Kollaps eines gesamten Wirtschaftssektors führen“, so der Landtagsabgeordnete.

Aus seinen Gesprächen mit Unternehmern vor Ort wisse er, so der SPD-Politiker, dass finanzielle Unterstützung das eine sei: „Viele wünschen sich aber auch einfach nur einen Fahrplan, eine Planungsgrundlage. Damit eigenständige Perspektiven entstehen können. Möglicherweise brauchen wir aber auch noch eine besondere Unterstützung für die betroffenen Betriebe, wenn durch ausgefallene Familienfeiern, größere Veranstaltungen und Festlichkeiten keine Einnahmen generiert werden konnten. Viele Unternehmer stehen mit dem Rücken zur Wand. Die Vorsaison ist für die heimische Tourismuswirtschaft fast vollständig ausgefallen. Als Land können wir die Menschen nicht im Regen stehenlassen“, so Lottke.

Der Fahrplan für eine schrittweise Rückkehr zur Normalität müsse geleitet seien von verantwortungsvollem Gesundheitsschutz, der an erster Stelle zu stehen habe: „Gleichzeitig muss die Tourismuswirtschaft aber so weit wie möglich Planungssicherheit erhalten. Weil wir alle keine Glaskugel zum Infektionsverlauf haben, brauchen wir Kriterien, unter welchen Umständen und mit welchen Schutzmaßnahmen der touristische Betrieb wieder aufgenommen werden kann“, so der SPD-Politiker.

Eine aktive Marketingkampagne sei zudem ein wichtiger Schlüssel, um den Lokalurlaub in diesem Jahr zu stärken. Es müsse dafür Sorge getragen werden, dass das Tourismusland Niedersachsen weiter in den Fokus rückt und als attraktives Reiseziel und alternativer Urlaubsort präsentiert wird. „Sollte ein Saisonbetrieb unter Berücksichtigung der Infektionszahlen und des Gesundheitsschutzes möglich sein, können alle einen Beitrag dazu leisten, die niedersächsische Tourismusbranche wieder anzukurbeln“, so Lottke.