Der heimische Bundestagsabgeordnete Lars Klingbeil (links) und die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Sabine Dittmar, im Gespräch mit den Gästen.

140 Bürger diskutieren mit Klingbeil und Dittmar

Der heimische Bundestagsabgeordnete Lars Klingbeil und die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Sabine Dittmar, haben am Dienstag in Soltau zu einer Diskussionsveranstaltung über die medizinische Versorgung im ländlichen Raum eingeladen. Dass das Thema viele Menschen in der Region bewegt, zeigt schon die hohe Besucherzahl: etwa 140 Gäste kamen ins Hotel Meyn und diskutierten mit den SPD-Politikern.

„Das Thema ist wichtig und wird kontrovers diskutiert“, betonte Lars Klingbeil gleich zu Beginn der Veranstaltung und unterstrich damit die Bedeutung solch einer Diskussionsrunde in der Region. Mit Sabine Dittmar hatte der Abgeordnete aus Munster eine Expertin seiner Fraktion für Gesundheitspolitik an seiner Seite. Beide sprachen sich dafür aus, die medizinische Versorgung auf dem Land an die der städtischen Bereiche anzupassen – so wie auch von der Kommission für gleichwertige Lebensverhältnisse vorgeschlagen. Nötig sei eine gute medizinische Infrastruktur, egal ob auf dem Land oder in der Stadt. „Es ist gut, dass die Bedarfsplanung reformiert wurde“, sagte Dittmar. „Es reicht aber nicht“, ergänzte sie und verwies darauf, dass man weitere politische Schritte einleiten müsse, um Veränderungen auf den Weg zu bringen. Dabei gehe es vor allem um die Fragen, wie ärztliche Versorgung aufs Land geholt, wie die Qualität gesichert und wie die Versorgung auch für alle Berufsgruppen wirtschaftlich gestaltet werden könne. Zudem sei zentral, welche Rolle die Digitalisierung in der Medizin spiele.

„Stationäre Versorgung immens wichtig“

Dittmar sieht die Ergebnisse der Bertelsmann-Studie, nach denen es zu viele Kliniken in der Republik gebe und etwa die Hälfte geschlossen werden müsse, kritisch. Dass jede zweite Klinik geschlossen werden müsse, halte sie für zu hoch. Klar sei aber auch, dass man im stationären Bereich stärker auf Spezialisierung setzen müsse. „Die stationäre Versorgung ist immens wichtig – gerade im ländlichen Raum. Auf Initiative der SPD haben wir deshalb 120 Krankenhäusern im ländlichen Raum nun eine Finanzspritze von je 400.000 Euro gegeben.“, sagte die Gesundheitspolitikerin.

Lange Terminwartezeiten und die Kinderarztversorgung waren dann auch Themen, die die Besucherinnen und Besucher ansprachen. Dittmar verwies auf die Terminservicestellen, die in dringenden Fällen Termine vergeben und Klingbeil ließ die Gäste wissen, dass er ständig in Kontakt mit der Kassenärztlichen Vereinigung sei, um zu erfahren, wann die offene Kinderarztstelle in Soltau wiederbesetzt wird.

Pflege/Physiotherapie
Auch weitere Themen kamen an dem Abend zur Sprache: Mit Blick auf die Physiotherapie sagte Dittmar: „Es ist gut, dass die Leistungsvereinbarungen verändert wurden und nun Blankoverordnungen ausgestellt werden können“. Und auch über Pflege wurde gesprochen: Teilnehmer der Diskussionsveranstaltung merkten an, dass die Anerkennung im Pflegeberuf in der öffentlichen Meinung nicht genügend respektiert werde. Dieser Meinung schlossen sich auch Klingbeil und Dittmar an. In der Pflege gab es aber kürzlich viele Verbesserungen – etwa mit den Ergebnissen der Konzertierten Aktion Pflege, nach denen beispielsweise 5000 Weiterbildungsplätze zur Nachqualifizierung von Pflegehelferinnen und -helfern eingerichtet werden sollen oder dem Pflegepersonalstärkungsgesetz, laut dem jede zusätzliche Pflegestelle im Krankenhaus refinanziert wird. „Hier wurde zuletzt viel gemacht. Das reicht aber nicht aus“, sagten die beiden SPD-Politiker. Im Bundestag werde man zum Beispiel ein Gesetz für bessere Löhne in der Pflege beraten.