Bild: Robin Koppelmann

Dr. Christos Pantazis am politischen Aschermittwoch im Mascherode: „Die Briten wissen noch gar nicht, was sie mit ‚Brexit‘ erwartet“

Am Ende wurde es dann doch nochmal ernst: Als der Satiriker Thorsten Stelzner nach einer zuvor bittersüßen Analyse der jetzigen Gesellschaft von Drohungen berichtete, die offenbar rechtsmotivierte Täter gegen ihn und seine Galerie zuletzt geäußert hatten, wurde allen Gästen des politischen Aschermittwochs in Mascherode klar, dass aus Spaß leider auch ganz schnell ernst werden kann – schließlich hatte Stelzner zuvor auch über Nazis und den „Alten fiesen Deutschen“ gesprochen. Aufrüttelnde Worte, für die es vom Publikum umso mehr anerkennenden Applaus und Solidaritätsbekundungen gab – auch von Dr. Christos Pantazis, der als Vorsitzender der SPD Braunschweig erstmals am Aschermittwoch im Braunschweiger Süden gesprochen hat.

Zum mittlerweile vierten Mal lud der SPD-Ortsverein Mascherode mit Unterstützung des Unterbezirks in den Festsaal der Gaststätte zum Eichenwald, um die Karnevalssession bei deftiger Kost auf den Tischen und in den politischen Reden zu beenden. Als Sprecher für Europaangelegenheiten in der SPD-Landtagsfraktion nutzte Pantazis die Gelegenheit, um auf die ernsten und ironischen Seiten des drohenden „Brexits“ einzugehen: „Eine kleine Info am Rande: Etwa 95 Prozent des Toilettenpapiers in Großbritannien werden vom Festland importiert. Die Briten sollten sich also gut überlegen, ob sie aus der Zollunion wirklich aussteigen wollen“, so Pantazis, der zudem die Vor- und Nachteile seines derzeit umzugbedingten Leben im Hotel erklärte.

Matthias Wunderling-Weilbier, Landesbeauftragter für Regionalentwicklung, ging in seiner Rede zudem auf die manchmal kruden Auswüchse des deutschen Beamtenrechts ein. So zitierte er unter anderem: „Stirbt ein Beamter während einer Dienstreise, so gilt die Reise als beendet. Erschießt die Frau den Ehemann, so hat sie keinen Anspruch auf Witwenrente.“ Wunderling-Weilbier als Vertreter der Landesregierung ging zudem selbstironisch auf seine eigene Funktion ein: „Ohne meinen Namen – ‚Weil‘ und ‚Bier‘ – hätte ich in Niedersachsen wohl keine Karrierechancen.“

Edgar Wernhardt, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Mascherode, kündigte an, im kommenden Jahr die fünfte Auflage des politischen Aschermittwochs feiern zu wollen. Dann wird auch wieder Axel Uhde dabei sein, der die Veranstaltung erneut mit Musik abrundete.