Der Bundestagsabgeordnete Lars Klingbeil (2. v.l.) spricht mit Ärztinnen und Ärzten über das Terminservice- und Versorgungsgesetz.

Klingbeil greift Kritik der Ärzte auf

Terminservice- und Versorgungsgesetz steht im Mittelpunkt beim Gespräch des Bundestagsabgeordneten mit Ärzten in Rotenburg

Der heimische Bundestagsabgeordnete Lars Klingbeil hat sich kürzlich mit Ärztinnen und Ärzten zu einem Gespräch in Rotenburg getroffen. Ziel des Gesprächs war es laut Klingbeil, „Kritik am Terminservice- und Versorgungsgesetz aufzugreifen, mit den Betroffenen vor Ort zu diskutieren und ihre Anliegen mit in den Bundestag zu nehmen.“ Und das Gesetzespaket der Großen Koalition stand dann auch im Mittelpunkt der Diskussion.

Unter anderem bemängelten die Ärzte, dass mit dem Gesetz der Umfang der seit 2016 bestehenden Terminservicestellen ausgeweitet werden soll, sodass es möglich wäre, an 24 Stunden Termine zu vereinbaren. Die Mediziner kritisierten vor allem die bürokratischen und personellen Aufwände dieser Änderung. Darüber hinaus ist bisher angedacht, dass niedergelassene Ärzte die Mindestanzahl ihrer Sprechstunden auf 25 Stunden erhöhen. Der Entwurf zum Terminservice- und Versorgungsgesetz sieht dafür einen Ausgleich vor. Derzeit sind 20 Stunden vorgeschrieben und die Ärzte berichteten Klingbeil davon, dass bereits jetzt die meisten niedergelassenen Ärzte mehr als 20 Sprechstunden pro Woche haben. Zudem forderten sie Nachbesserungen beim Vorschlag zur offenen Sprechstunde, da sie dadurch weitere Terminverschiebungen befürchten.

Interessen von Ärzten und Patienten berücksichtigen
Klingbeil machte bei dem Gespräch deutlich, dass die Koalition noch Veränderungen an dem Gesetz vornehmen wird und dass es bereits in den kommenden Wochen Gespräche dazu geben werde. „Wir möchten bei dem Gesetz sowohl die Interessen der Patienten berücksichtigen, als auch die Perspektive der Ärzte einnehmen“, sagte Klingbeil im Anschluss. Es nütze keinem etwas, wenn das Gesetz die Ärzte zu stark einschränke. „Mir war deshalb wichtig, die Meinung der Ärztinnen und Ärzte zu erfahren“, sagte der 40-Jährige. Er werde jetzt mit den Gesundheitspolitikern seiner Fraktion über die zentralen Punkte des Gesprächs reden.

Klingbeil fordert Nachwuchsförderung
Mit dem Gesetz soll die medizinische Versorgung in ländlichen Gebieten verbessert werden und Klingbeil betonte nach dem Gespräch mit den Ärztinnen und Ärzten in Rotenburg die Notwendigkeit von Verbesserungen. „Die medizinische Versorgung ist ein Thema, das die Menschen hier bewegt“, erklärte Lars Klingbeil. Es brauche eine stärkere Nachwuchsförderung im ländlichen Raum, forderte der Bundestagsabgeordnete, damit offen werdende Stellen besetzt werden können. „Wir wollen eine gute medizinische Versorgung für alle Bürgerinnen und Bürger gewährleisten – unabhängig davon, ob sie in der Stadt oder auf dem Land leben“, sagte der 40-Jährige aus Munster.