Lars Klingbeil, MdB, Klaus Henner Spiering und Kerstin Stötzel von Kidstime und Dirk Heidenblut, MdB

„Kidstime braucht verlässliche Finanzierung“

SPD-Bundestagsabgeordneter Lars Klingbeil spricht mit Vertretern von „Kidstime“ über Finanzierungsmöglichkeiten

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Lars Klingbeil kam kürzlich mit Klaus Henner Spiering und Kerstin Stötzel vom Projekt „Kidstime“ aus Rotenburg sowie dem Gesundheitspolitiker Dirk Heidenblut im Berlin zusammen. Gemeinsam mit den Beteiligten möchte der heimische Abgeordnete des Deutschen Bundestages Finanzierungsmöglichkeiten für das Präventionsangebot für Kinder von psychisch kranken Eltern finden. „Kidstime braucht eine verlässliche Finanzierung“, machte Lars Klingbeil deutlich.

„Kidstime“ wird im Agaplesion-Diakonieklinikum in Rotenburg angeboten. Die Workshops, die in den 1990er Jahren in London entwickelt wurden, werden in Rotenburg vom Psychologen Klaus Henner Spierling geleitet. „Wir geben Kindern den nötigen Raum und die nötige Zeit“, erklärt Spierling das Angebot „Denn: Kinder brauchen einen Rahmen, um sich in offener Atmosphäre zu den Themen psychischer Erkrankungen austauschen zu können“. Und auch für Eltern sei der Austausch wichtig – sowohl untereinander als auch mit den Kindern. Somit biete Kidstime Mehrfamilienarbeit, denn sowohl die Kinder als auch die Eltern nehmen teil. „Erklärungen zu psychischer Erkrankung und Bedürfnisse der Kinder stehen im Mittelpunkt“, so Spierling. In Deutschland gibt es insgesamt etwa 3,8 Millionen Kinder psychisch kranker Eltern. In jeder Schulklasse sind durchschnittlich fünf Schülerinnen und Schüler mit einem psychisch kranken Elternteil.

Finanzierung muss geklärt werden

Spierling und Stötzel machten deutlich, dass sie für ihr Projekt jährlich etwa 15.000 Euro brauchen. Jedes Jahr stünden die Verantwortlichen unter Druck, genügend Fördergelder zu erhalten. Dirk Heidenblut, SPD-Bundestagsabgeordneter und Mitglied des Gesundheitsausschusses, verdeutlichte die Hürden einer Bundesförderung; „Das Problem liegt oftmals in der Zuständigkeit, da es viele Bereiche betrifft und die Verantwortung oft auf andere geschoben wird“. Auf Vorschlag des SPD-Gesundheitspolitikers haben sich die Verantwortlichen von „Kidstime“ bereits an die örtlichen Krankenkassen gewandt. Zudem sicherte Heidenblut zu, sich über eine Berücksichtigung im Bundeshaushalt für 2020 zu informieren. „Kidstime ist ein Erfolg für Rotenburg und es wäre wünschenswert, wenn das Projekt auf finanziell sicheren Beinen steht“, sagte der heimische Bundestagsabgeordnete Lars Klingbeil.

Gruppe trifft sich einmal im Monat

Das Präventionsprojekt für Kinder mit psychisch kranken Eltern wurde bereits mit dem Niedersächsischer Gesundheitspreis 2016 und im Rahmen des IDUNA-Innovationspreis 2017 ausgezeichnet. In Rotenburg wird „Kidstime“ in zwei Gruppen angeboten. Eine Gruppe trifft sich jeden letzten Freitag im Monat, eine weitere an jedem ersten Freitag im Monat, jeweils in der Zeit von 16.00 bis ca. 18:45 Uhr im Tine-Albers-Haus (ehemaliges Restaurant „AIRA“) auf dem Mutterhausgelände des Agaplesion-Diakonieklinikums in Rotenburg, Elise-Averdieck-Str. 17. Informationen gibt es unter kidstime@nulldiako-online.de.