STEPHAN WEIL WÜRDIGT KARL RAVENS: DIE SPD VERLIERT EIN VORBILD

Am vergangenen Freitag, wenige Wochen nach seinem 90. Geburtstag, ist Karl Ravens, früherer parlamentarischer Staatssekretär unter Willy Brandt und Bundesbauminister im Kabinett von Helmut Schmidt, verstorben. Der SPD-Landesvorsitzende Stephan Weil würdigt die Leistungen und Verdienste von Karl Ravens.

„Karl Ravens war einer der ganz großen Sozialdemokraten aus Niedersachsen. Als sehr erfolgreicher Bundesminister hat er sich in schwerer Zeit für die niedersächsische SPD in die Pflicht nehmen lassen. Wir verneigen uns in großem Respekt und tiefer Zuneigung vor den Leistungen und Verdiensten dieses besonderen Menschen und Politikers. Mit dem Tod von Karl Ravens verliert die SPD ein Vorbild. Seine Verdienste werden weit über sein Leben hinaus Bestand haben und Maßstäbe für politische Moral setzen“, so Stephan Weil über Karl Ravens. Bereits anlässlich der Feier zum 90. Geburtstag von Karl Ravens vor wenigen Wochen hatte Stephan Weil betont, Ravens sei ein „zutiefst gradliniger, anständiger und aufrechter Mensch.“ Nicht ohne Grund habe sein Name zu jeder Zeit einen guten Ruf gehabt.

Karl Ravens war am 29. Juni 1927 in Achim geboren worden und wuchs dort als drittes von sechs Kindern in einfachen Verhältnissen auf. Die Stadt vor den Toren Bremens war seine Heimat, der er Zeit seines Lebens eng verbunden blieb. Als Lehre aus dem Zweiten Weltkrieg und den Gräueln des Dritten Reiches schloss sich Ravens der SPD an und wurde zunächst kommunalpolitisch aktiv. Von 1961 bis zur Niederlegung seines Mandates am 15. Juni 1978 war Ravens Mitglied des Deutschen Bundestages. Von 1969 bis 1972 war Ravens Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Städtebau und Wohnungswesen und anschließend, von 1972 bis 1974, Staatssekretär des Bundeskanzlers Willy Brandt. 1974 berief Helmut Schmidt Ravens als Bundesminister für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau in sein Kabinett.

Nach der Wahl des damaligen CDU-Fraktionschefs Ernst Albrecht zum niedersächsischen Ministerpräsidenten mit den Stimmen von Abweichlern aus Reihen der SPD-Landtagsfraktion trat Karl Ravens im Februar 1978 als Bundesminister zurück, um die niedersächsische SPD in den Landtagswahlkampf zu führen. Von 1978 bis 1986 war Ravens damit Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion und Oppositionsführer im niedersächsischen Landtag.