Für eine gute Pflege brauchen wir bessere Bedingungen

Die Situation in der Pflege ist prekär. Der internationale "Tag der Pflege" am 12. Mai* ist ein guter Anlass, auf diese problematische Lage aufmerksam zu machen. Der demografische Wandel zeigt hier schon jetzt deutlich seine Spuren. Deshalb besteht gleichermaßen Handlungsbedarf bei Politik und Gesellschaft. Derzeit fehlen bereits Hunderte von Fachkräften. Diese Lücke wird noch größer werden, während im Verhältnis die Zahl der Bedürftigen weiter steigt.

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Klarer wird die Situation anhand der derzeitig vorliegenden Prognosen: Ende 2013 gab es fast 300.000 Pflegebedürftige, ihre Zahl wird im Jahr 2030 auf rund 400.000 ansteigen. Voraussichtlich werden etwa 60 Prozent von diesen Menschen professionelle Pflegeleistungen in Anspruch nehmen müssen. Zeitgleich wird es weniger junge Frauen und Männer gegeben, die diese Aufgaben übernehmen können.

Eine Vielzahl von politischen Rahmenbedingungen wird jedoch nicht auf Landes-, sondern auf Bundesebene entschieden. Dennoch tritt unsere Sozialministerin Cornelia Rundt diesem Effekt tatkräftig entgegen. Bereits wichtige Schritte ist die SPD-geführte Landesregierung gegangen. Dazu gehört beispielsweise die seit Anfang des Jahres geltende Schuldgeldfreiheit in der Altenpflegeausbildung sowie die solidarische Umlagefinanzierung der Ausbildungskosten, die ab 2016 greifen wird. Zentraler Baustein ist auch die Errichtung  einer Pflegekammer.

Diese Kammer ist deshalb so entscheidend, weil es bisher an einer gemeinsamen starken Stimme für die Pflegeberufe fehlt. So können sich rund 70.000 Fachkräfte künftig besser Gehör in der Gesundheitspolitik verschaffen. Gerade in Niedersachsen brauchen die Mitarbeiter_innen eine präsente Interessenvertretung – vor allem auch auf Bundesebene. Hier zeigt sich, dass es massive Unterschiede in der Vergütung der Fachkräfte gibt, insbesondere in der Altenpflege. Niedersachsen bildet bei den westlichen Bundesländern das Schlusslicht. Das muss sich ändern.

Für eine gute Pflege in Niedersachsen brauchen wir hier im Land bessere Voraussetzungen. Nur dann wird den Mitarbeiter_innen die ihnen gebührende Wertschätzung entgegen gebracht und die Attraktivität der Pflegeberufe gesteigert.

*Seit 1967 wird er am Geburtstag von Florence Nightingale in Deutschland veranstaltet.