Cornelia Rundt: „Pflegepakt versagt“

Zu den Erläuterungen der Sozialministerin anlässlich der jüngsten Sitzung des Landespflegeausschusses erklärt Cornelia Rundt, Mitglied im Team Weil für den Bereich Soziales: „Der Pflegepakt der schwarz-gelben Landesregierung ist nur teilweise wirksam, nämlich im stationären Bereich und auch hier nur beschränkt. Bei der ambulanten Versorgung Pflegebedürftiger versagt der Pflegepakt vollständig, das wird von der Ministerin unterschlagen.

Cornelia Rundt

Ministerin Özkan muss beim Pflegepakt den ambulanten Bereich viel stärker in den Blick nehmen. Wir brauchen eine bessere Bezahlung von Pflegekräften in Niedersachsen. Und für eine angemessene Entlohnung brauchen wir endlich höhere Pflegesätze, die sich an den anderen Bundesländern orientieren.

Die ambulante Pflege ist höchst wichtig, damit die Menschen zu Hause versorgt werden können. Das bevorzugen die meisten Betroffenen, so lange es irgend geht. Das Versagen des Pflegepakts im ambulanten Bereich führt dazu, dass Menschen gerade im ländlichen Bereich unversorgt bzw. fehlversorgt bleiben, weil es unter den bestehenden Bedingungen nicht mehr genügend Fachkräfte gibt, die die Menschen zu Hause versorgen.

Die Ursache hierfür: Pflegekräfte in Niedersachsen werden zu schlecht bezahlt. Die Vergütungen der Pflegekassen für die Dienste sind deutlich niedriger als in den anderen Bundesländern. Deshalb arbeiten auch viele Fachkräfte, die in Niedersachsen in der Nähe der Landesgrenzen wohnen, lieber in anderen Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen oder Hamburg. Oder Fachkräfte aus der Pflege ziehen es vor, als Ungelernte in anderen Branchen zu arbeiten. Das beobachten wir am Beispiel VW und Wolfsburg.

Ändern sich die Rahmenbedingungen nicht schnell, wird es zu einer dramatischen Unterversorgung der Menschen mit ambulanten Pflegeleistungen kommen. Die Folge: Menschen, die eigentlich viel lieber in ihren eigenen vier Wänden versorgt werden wollen und auch könnten, werden mangels Fachkräften im ambulanten Bereich in stationären Einrichtungen versorgt werden müssen. Das führt zu großer Unzufriedenheit bei den Betroffenen und ihren Angehörigen und insgesamt auch zu Mehrkosten, die wieder von der Solidargemeinschaft getragen werden müssen.“