"Verbraucher und Klima schützen" - Europäische Kommission muss ihre Position zu umstrittenem Kältemittel überdenken

Matthias Groote
 

Matthias Groote, SPD-Europaabgeordneter und Vorsitzender des Umweltausschusses im Europaparlament steht dem Kältemittel R1234yf sehr kritisch gegenüber:

"Es handelt sich um einen fragwürdigen Ersatz des extrem klimaschädlichen Vorgängers R134a. Daimler, sowie Greenpeace und andere Umweltverbände warnen seit langer Zeit vor der Brandgefährlichkeit des Kältemittels."

 

Industriekommissar Antonio Tajani hat am 20. März 2013 im Umweltausschuss des Europäischen Parlaments auf Nachfrage von Matthias Groote mitgeteilt, dass das Kühlmittels R1234yf unter Realbedingungen (Real-Life Tests) getestet wurde. Auf Basis dieser Tests wurde festgestellt, dass bei diesem Kühlmittel angeblich keine höheren Risiken bestünden.

"Bereits Anfang letzten Jahres hat Daimler von fehlerhaften Tests berichtet", erklärt der Sozialdemokrat. "Laut Kommission habe es sich bei denen von Daimler berichteten Testresultaten, nachdem das Kühlmittel als gefährlich einzustufen sei, lediglich um eine Ausnahme gehandelt."

Nachdem bei weiteren Tests Fahrzeuge in Flammen aufgegangen sind, hat Daimler jüngst verkündet, dass das Kältemittel R1234yf nicht verwenden wird. "Ich begrüße diese Entscheidung von Daimler ausdrücklich. Die Kommission wurde sowohl von der Industrie, als auch von den Umweltverbänden gewarnt! Jetzt gilt es, den Fehler einzugestehen und ein besseres Produkt auf den Markt zu bringen. Es gibt Alternativen, nämlich eine Auto-Klimatisierung auf CO2-Basis. CO2-basierte Kühlmittel sind ungefährlich, weitaus weniger schädlich fürs Klima und industriepolitisch neutral“, sagt Matthias Groote abschließend.

 
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