Andretta: „Studiengebühren sind Auslaufmodell“

Andretta Gabriele
 

Gabriele Andretta

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Zu den Überlegungen des CSU-Vorsitzenden Horst Seehofer, nach der Entscheidung des Verfassungsgerichtshofs die Studiengebühren in Bayern abzuschaffen, erklärt Dr. Gabriele Andretta, Mitglied im „Team Weil“ für den Bereich Wissenschaft:

 

„Den Kampf für Studiengebühren haben CDU/CSU und FDP verloren. Seit ihrer Einführung wurden sie Schritt für Schritt wieder abgeschafft: in Hessen, Nordrhein-Westfalen, Hamburg und Baden-Württemberg. Jetzt erkennt auch die CSU in Bayern, dass Studiengebühren ein Auslaufmodell sind. Doch in Niedersachsen wollen CDU und FDP auch in Zukunft auf ihrer Bildungspolitik für Wohlhabende beharren und an der sozialen Auslese über Studiengebühren festhalten. Niedersachsen wäre dann das einzige Bundesland, das bei seinen Studierenden abkassiert!“

„Schon jetzt hat sich Niedersachsen isoliert, es drohen weitere Abwanderungen von Studierenden in Nachbarländer“, so die SPD-Hochschulexpertin weiter. „Die Landesregierung ist weit entfernt vom selbst gesteckten Ziel, die Studierquote deutlich zu erhöhen. Stattdessen ist Niedersachsen mit einer Quote von 31 Prozent Schlusslicht im Bundesvergleich. Es ist ein Alarmsignal, dass aus keinem anderen Bundesland so viele Studierende abwandern. Niedersachsen ist trauriger Exportmeister. Von 2003 bis 2011 hat Niedersachsen 273.521 Studierenden mehr an andere Bundesländer abgegeben, als Studierende zuwanderten. Wer so mit der wertvollsten Ressource seines Landes umgeht und weiter auf Abschreckung durch Studiengebühren setzt, schadet nicht nur dem Hochschulstandort Niedersachsen sondern auch der Wirtschafts- und Innovationskraft des Landes. Studiengebühren sind ein klarer Wettbewerbsnachteil.

Eine SPD-geführte Landesregierung wird nach gewonnener Landtagswahl 2013 in Niedersachsen die Studiengebühren abschaffen und den Hochschulen die Ausfälle aus dem Landeshaushalt ausgleichen.“

 

 
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