Frauke Heiligenstadt: Landesregierung investiert zu wenig in Bildung

Heiligenstadt

Frauke Heiligenstadt

 

Anlässlich der in den Medien dargelegten sogenannten Zwei-Jahres-Bilanz von Kultusminister Bernd Althusmann stellt die stellvertretende Vorsitzende und schulpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Frauke Heiligenstadt, dem Kultusminister folgenden Faktencheck entgegen:

 

„Für uns steht fest: zwei Jahre Althusmann im Kultusministerium haben die Bildungspolitik in Niedersachsen nicht voran gebracht.

Denn die Bilanzzahlen sprechen für sich:

▪ Niedersachsen steht mit einer Betreuungsquote bei den unter Dreijährigen von 19,1 % auf dem vorletztem Platz.

▪ Es ist beschämend, wie der Kultusminister mit der Ausstattung der Ganztagsschulen umgeht und die Probleme mit den Honorarverträgen nicht in den Griff bekommt.

▪ Die Oberschule verbraucht rd. 560 zusätzliche Vollzeitlehrereinheiten ohne die strukturellen Probleme zu lösen.

▪ Der Elternwille auf Einrichtung von Gesamtschulen wird nach wie vor nicht ernst genommen und die Gesamtschulen werden weiterhin diskriminiert.

▪ Die Unterrichtsversorgung an unseren berufsbildenden Schulen ist miserabel. Die Unterrichtsversorgung liegt in der Fachtheorie an einzelnen Berufsschulen teilweise bei weniger als 80%.

▪ Die Chancen eines Kindes aus den oberen Sozialschichten, das Gymnasium zu besuchen, sind 5,8-mal höher als die eines Kindes der unteren Sozialschichten.

▪ Nur 34,8 % aller Schüler und Schülerinnen, die maximal einen Hauptschulabschluss erreichten, erhielten einen Ausbildungsplatz im Dualen System. Der Bundesschnitt liegt bei 41,5%.

▪ Niedersachsen investiert zu wenig in Bildung. Nach den gestern veröffentlichten Zahlen des Statistischen Bundesamtes liegt Niedersachsen mit 5700 € je Schüler im Haushaltsjahr 2009 auf den hinteren Plätzen aller Bundesländer und 300 € unter den Bundesdurchschnitt.

Diese Fakten spiegeln die Realität in der niedersächsischen Bildungspolitik wider. Kultusminister Althusmann muss sich um die Probleme an unseren Schulen kümmern, anstatt bereits jetzt schöngefärbte Wahlkampfbilanzen vorzulegen.“

 

 
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