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Erst Minijob dann Minirente

Gabriele Lösekrug-Möller
Die Expertinnen fordern die Gleichbehandlung aller Arbeitsverhältnisse und existenzsichernde Löhne. In einem ersten Schritt müsse ein flächendeckender gesetzlicher Mindestlohn und die Stundenbegrenzung bei Minijobs eingeführt werden.
Minijobs werden zu mehr als zwei Dritteln von Frauen ausgeübt. Sie sind also die Hauptleidtragenden in der geringfügigen Beschäftigung. Die gewünschte Brückenfunktion in den ersten Arbeitsmarkt funktioniert nicht. Und spätestens mit dem Renteneintritt schnappt die nächste Minijob-Falle
zu: "Wer 40 Jahre in einem Minijob gearbeitet hat, erhält auch nur eine Minirente unter Grundsicherungsniveau. Das ist fatal und darf von der Bundesregierung nicht länger toleriert werden", fordert die frauenpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion Caren Marks.
Am Beispiel der Firma HERMES wird die Dimension des Missbrauchs deutlich: Die Abschaffung einer Stundenbegrenzung hat zu skandalösen Missständen insbesondere bei Paketdiensten geführt. Die "Hermes Logistik Gruppe" zahlt ihre Mitarbeiter auf Stücklohnbasis. Eine Fahrtkostenerstattung ist nicht vorgesehen, sodass Stundenlöhne von ca. 1,30 Euro entstehen. "Das ist ein skandalöser Zustand, der offenbar inzwischen branchenüblich ist", so Gabriele Lösekrug-Möller.
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