StartAktuellNachrichten„AG Asse Inventar“ bestätigt Recherchen der SPD

„AG Asse Inventar“ bestätigt Recherchen der SPD

Emmerich-Kopatsch, Petra

Petra Emmerich-Kopatsch

10. September 2010 0 Kommentare

Der Bericht der „Arbeitsgruppe Asse Inventar“, wonach in Wirklichkeit 16.000 statt 1300 Fässer mit mittelaktivem Atommüll in der maroden Schachtanlage bei Wolfenbüttel lagern, wird von der SPD-Fraktion im Niedersächsischen Landtag begrüßt. „Wir freuen uns, dass unsere eigenen Recherchen durch den Bericht der Arbeitsgruppe bestätigt wurden“, sagte Petra Emmerich-Kopatsch, SPD-Mitglied im Asse-Untersuchungsausschuss des Landtages.

„Dass in den Kammern für schwachaktiven Müll auch mittelaktiver Müll eingelagert worden war, wurde von uns im Ausschuss immer wieder thematisiert. Leider hat das niedersächsische Umweltministerium diese Angaben immer wieder dementiert, obwohl die Unterlagen eine eindeutige Sprache sprechen“, sagte Emmerich-Kopatsch. Die Ergebnisse der Arbeitsgemeinschaft (AG) seien nicht überraschend, da der AG-Bericht auf der Auswertung derselben Akten beruhe, die dem Asse-Ausschuss vorlägen.

„Bei uns hat sich der Eindruck verfestigt, dass das Umweltministerium zu keinem Zeitpunkt an einem Erkenntnisgewinn interessiert war, möglicherweise um die Atomdebatte nicht weiter anzuheizen. Es wurde viel Geld für obskure Gutachten ausgegeben, die die Auffassung des Ministeriums bekräftigen sollten, es sei ja alles nicht so schlimm. Entweder hatte das Umweltministerium zu keinem Zeitpunkt echtes Interesse an der Wahrheitsfindung, oder man hat nicht verstanden, was man gelesen hat“, kritisierte die SPD-Atomexpertin.

„Der damalige Umgang mit mittelaktivem Abfall, wie ihn der aktuelle Bericht nun beschreibt, kann diejenigen, die Zugang zu den Akten haben, nicht wirklich überraschen. Es liegen zahlreiche Gesprächsprotokolle vor, aus denen hervorgeht, wie damals Behördenvertreter und Vertreter der Atomindustrie die Art der Verpackung und Verbringung in das Lager Asse im Detail besprochen und beschlossen haben. Ziel war es, kurz vor dem Ende der legalen Einlagerung die Höfe der Atomkraftwerke von Atommüll zu befreien“, führte Emmerich-Kopatsch weiter aus.

Für die geplante Räumung des Atommülllagers Asse habe der Bericht der Arbeitsgemeinschaft keine große Bedeutung. Emmerich-Kopatsch. „Die notwendigen Vorsichtsmaßnahmen sind dadurch nicht unmittelbar berührt, da auch der Umgang mit schwachaktivem Müll höchste Sicherheitsanforderungen stellt. Gut ist allerdings, dass jetzt allgemein bekannt wird, wo überall mittelaktiver Müll gelagert wurde.“

Für Detlef Tanke, stellvertretender Vorsitzender und umweltpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, belegt der Bericht der „Arbeitsgemeinschaft Asse Inventar“ erneut, wie unverantwortlich früher mit den Hinterlassenschaften der Atomindustrie umgegangen wurde.

„Er ist ein weiterer Beleg dafür, dass man von der Atomwirtschaft die Finger lassen muss. Das Atommüllproblem wird die Menschheit für Jahrhunderte beschäftigen. In dieser Situation noch Tausende Tonnen weiteren Müll zu produzieren, indem man den Atomkraftwerken längere Laufzeiten zubilligt, ist an Absurdität kaum noch zu überbieten“, sagte Tanke am Freitag in Hannover.


EnergieNiedersachsenUmwelt und Nachhaltigkeit

 

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