Die Verteidigungsstrategie der Niedersachsen-CDU für ihre Landwirtschaftsministerin Astrid Grotelüschen fällt nach Ansicht der SPD-Fraktion im Niedersächsischen Landtag augenscheinlich wie ein Kartenhaus in sich zusammen. "Es besteht gegen die Ministerin der begründete Verdacht, dass sie Amtsgeheimnisse preisgegeben hat, um Probleme vom Familienbetrieb fernzuhalten, dass sie die Öffentlichkeit mehrmals hinters Licht geführt hat,
dass sie sich immer noch zuvorderst nicht als Ministerin, sondern als Vertreterin einer bestimmten Form der Landwirtschaft versteht", sagte Andrea Schröder-Ehlers, agrarpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, am Dienstag in Hannover. "Gleichzeitig zerbröselt der Versuch, sie als Opfer einer Kampagne und Zielscheibe gewalttätiger Tierschützer darzustellen, an der nüchternen Feststellung eines Oldenburger Staatsanwalts, von einem Brandanschlag auf das Grotelüschen-Betriebsgelände in Ahlhorn könne nicht gesprochen werden.
In Medien ist bereits von einer weggeworfenen Zigarettenkippe als Brandursache die Rede.
Die SPD-Fraktion ist nach wie vor an einer Aufklärung der Vorwürfe interessiert. Das Schmierenstück wird von anderen aufgeführt", so die SPD-Politikerin. In diesem Zusammenhang seien auch die heutigen Äußerungen des Ehemanns der Ministerin, Garlich Grotelüschen, zu verstehen, Opposition und Tierschützer inszenierten eine Kampagne.
Der Vorsitzende der SPD-Fraktion, Stefan Schostok, sagte: "Statt an der Aufklärung mitzuwirken, wurden von der CDU mit der Instrumentalisierung zweier Brandfälle Nebenschauplätze zur Ablenkung inszeniert. Die dünne Argumentationsdecke mag auch dafür gesorgt haben, dass vonseiten der CDU-Fraktion am Montag die Gespräche über eine vom Kollegen Thümler vorgeschlagene Resolution ,Keine Gewalt unter dem Deckel des Tierschutzes'
abgesagt wurden."
Der Zwist mit der Landtagsfraktion der Linken über eine Pressemitteilung wirke als Grund an den Haaren herbeigezogen. "Wir haben immer noch ein Interesse an dem Gespräch über eine Resolution. Eigentlich jetzt erst recht."