StartAktuellNachrichtenRegionales Wirtschaftsgespräch in Stade: Was kann die Wissenschaft für die Region leisten?

Regionales Wirtschaftsgespräch in Stade: Was kann die Wissenschaft für die Region leisten?

Sierke Lies Hegele Klein

Olaf Lies, Dorothea Hegele

13. August 2010 0 Kommentare

Zum Thema „Was kann die Wissenschaft für die Region leisten?“ fand das 1. Regionale Wirtschaftsgespräch der Landes-SPD am 10. August 2010 in Stade statt. Vor über 70 Teilnehmern sagte Landesvorsitzender Olaf Lies, dass der Landesverband bewusst Stade als ersten Ort für eine Reihe von Wirtschaftsgesprächen in allen IHK-Bezirken des Landes ausgewählt habe, weil hier eine beispielhafte Plattform der Zusammenarbeit zwischen Industrie, privater Fachhochschule, Forschungszentrum und Stadt geschaffen wurde.

Niedersachsen könnte wirtschaftlich besser dastehen, wenn die Kräfte in den Regionen besser genutzt und vom Land gefördert werden, meinte der Landesvorsitzende. Die Hochschulen müssten als Impulsgeber für die Region stärker gefordert werden; die Idee einer „Kommunikationsplattform“ für die regionale Wirtschaftsentwicklung wie in Stade könne Beispiel für andere sein.

In seiner Begrüßung für das Forum „Wirtschaft“ des SPD-Landesverbandes erwartete Stades Bürgermeister Andreas Rieckhof in dieser Veranstaltung Antworten auf die Fragen, was können Hochschulen abseits der großen Zentren für die Region tun und was muss die Landesregierung für eine erfolgreiche Entwicklung der Regionen im Lande tun?

Als Rednerin hatte das Forum die Präsidentin der Fachhochschule Emden/Leer Prof. Dr. Dorothea Hegele und als weitere Diskussionspartner den Präsidenten der Privaten Fachhochschule Göttingen-Stade Prof. Dr. Bernt Sierke und den Hauptgeschäftsführer der IHK Stade und Aufsichtsratsvorsitzender der Hochschule 21 in Buxtehude Jörg Orlemann eingeladen. Die stellvertretende SPD-Landesvorsitzende Daniela Behrens leitete als fachkundige Moderatorin die muntere Debatte in Stade.

Für die Präsidentin der Fachhochschule Emden/Leer Prof. Dr. Hegele dienten die Hochschulen der Region durch die wissenschaftliche Ausbildung von jungen Menschen, die Weiterbildung von Fachkräften und durch Forschungs- und Entwicklungsaufgaben nicht zuletzt für die dortige Wirtschaft. Wissenstransfer ist für Professorin Hegele ein Geben und Nehmen: „Die Hochschule stellt die Ergebnisse ihres praxisbezogenen Forschens und Fragens zur Verfügung und ist umgekehrt am Erschließen und Integrieren technischen, wissenschaftlichen und kulturellen Innovationspotenzials interessiert.“

Dazu empfahl die Hochschulpräsidentin die Bildung von regionalen Plattformen und Netzwerken aus Wissenschaft und Wirtschaft. Studierende würden ihre Studienarbeiten in den Unternehmen der Region schreiben und blieben oft als spätere Führungskräfte der regionalen Wirtschaft verbunden. Bei den Forschungsschwerpunkten der Hochschulen wünschte sich Professorin Hegele mehr Nachhaltigkeit und Weitblick. So setze die Fachhochschule in Emden und Leer auf die Zukunft der maritimen Wirtschaft, obwohl die Werft in Emden geschlossen wurde.

Für Prof Dr. Bernt Sierke liegt der Vorteil für eine private Fachschule darin, dass sie weniger Bürokratie kenne und daher schneller die Bedürfnisse der regionalen Wirtschaft aufgreifen könne. Dies sei in Stade durch das Angebot seiner Fachhochschule im Verbund mit dem dortigen „FCK-Valley“ erfolgreich geschehen.

IHK-Hauptgeschäftsführer Jörg Orlemann bestätigte, dass die Private Fachhochschule Göttingen in Stade deshalb Fuß gefasst habe, weil ihr Angebot auf die Bedürfnisse der regionalen Wirtschaft abgestimmt sei. Insbesondere die ländliche Region brauche Wissenschaftseinrichtungen, die auf die regionalen Spezifika zugeschnitten seien und keine Allerweltshochschulen.

Für Olaf Lies ist Wissenschaftspolitik auch Regionalpolitik. Deshalb unterstütze er in Stade die Ansicht des dortigen Bürgermeisters Andreas Rieckhof, dass die Wissenschafts- und Wirtschaftspolitik in Niedersachsen stärker verzahnt werden müsse: „Unsere Hochschulen sind voll mit kreativen Köpfen. Die Politik muss helfen, dass ihre Ideen in den Standorten zu erfolgreichen Produkten umgesetzt werden können.“

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Die Thesen von Frau Professor Hegele hier herunter laden PDF 104 KB

NiedersachsenWirtschaft

 

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