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Geld gegen Laufzeitverlängerung - Wo bleibt die Sachdiskussion über das Energiekonzept?

Matthias Miersch

Matthias Miersch

16. Juli 2010 2 Kommentare

Zu Medienberichten über eine weitere geplante Abgabe der Atomkonzerne an die Bundesregierung erklärt der umweltpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion Matthias Miersch: "Erst die Mövenpickspende und die Reduzierung der Mehrwertsteuer für das Gaststättengewerbe, dann die mögliche Versteigerung von Laufzeiten der Atomkraftwerke, jetzt eine weitere Alibi-Abgabe der Kraftwerksbetreiber an die Regierung und als Gegenleistung die Laufzeitverlängerung? Der Eindruck der Käuflichkeit

dieser Regierung verfestigt sich. Wo bleibt die Sachdiskussion? Es wird immer deutlicher, dass es der Regierung nicht um ein zukunftsfähiges Energiekonzept geht, sondern um das Stopfen von Haushaltslöchern. Die Frage nach der Sinnhaftigkeit einer Laufzeitverlängerung geht im schwarz-gelben Goldrausch unter.

Es ist bezeichnend, dass sich die Bundesregierung in keiner Weise mit den Ausführungen des eigenen Sachverständigenrates auseinandersetzt, der vor einer Laufzeitenverlängerung der Atomkraftwerke warnt. Das für Herbst angekündigte Energiekonzept wird zur Farce, da die Grundsatzentscheidung der Laufzeitverlängerung wohl längst gefallen ist und die Dauer der Laufzeitverlängerung an möglichen Einnahmen ausgerichtet wird.

Dass mit dieser Risikotechnologie der kurzfristige Profit gesucht wird und gleichzeitig für unzählige Generationen unkalkulierbare Folgen hingenommen werden, ist ein neuer Skandal, der die umweltpolitische Unfähigkeit dieser Bundesregierung einmal mehr unterstreicht.


EnergieUmwelt und Nachhaltigkeit

 

2 Kommentare zu Geld gegen Laufzeitverlängerung - Wo bleibt die Sachdiskussion über das Energiekonzept?


Henning Ehbrecht

1

am 03. August 2010 um 11:18 Uhr

Liebe Gäste, lieber Matthias Miersch, lieber Berndt,

der grundsätzlichen Aussage zu der mangelnden fachlichen Diskussion und dem fehlenden Willen Innovationen zu testen und zur Marktreife zu führen - wenn auch nur für bestimmte Anwendungsfälle - kann ich nur bestätigen.
Über die von Berndt angeführte Nutzung der Wasserkraft gibt es leider zu wenig Informationen.
Für die kleine Dauerlast wie Kühlschränke und Heizungsanlagen in den Haushalten oder Strassenbeleuchtung und Wasser-/Abwasserversorung in den Kommunen kann mit einem intelligenten Netz-/Leistungsmanagement regional einiges an Grundlastversorgung durch große Kraftwerke eingespart werden.
Selbst beim bau einer normalen Zentralheizung für ein Zweifamilienhaus sind mangelhafte Informationen das größte Hindernis für den Einbau von umweltschonender zukunftsweisender Technik.
Eine fachliche Diskussion und qualifizierte Informationen ohne den Hintergrund wirtschaftlicher Betätigung und den damit verbunden Gewinnabsichten der aktuellen Diskussionspartner fehlt.
Hier ist die Politik gefragt, und nicht eine pseudo-unabhängige Agentur wie die DENA bei der Frage der Netzstruktur für den Off-Shore-Strom.

Die Frage einer sinnvollen und umweltschonenden Energieversorgung als Grundfrage der gesellschaftlichen Entwicklung in den nächsten Jahrzehnten kann nicht mit einer einzigen Antwort abgehandelt werden.
Für jede Region mit den vorliegenden spezifischen Besonderheiten sind technische Lösungen zu finden, die dort an der Stelle optimale Ergebnisse liefern.
Dazu gehören auch die genannten Wasserkraftwerke kleiner Leistung.

Atomkraftwerke und neue Kohlekraftwerke sind allein durch die ungeklärte Frage der Endlagerung der Brennelemente bzw. des CO2 außerhalb der Biosphäre in keinster Weise geeignet, unser Problem zu lösen.
Nur mit edlen Argumenten aber werden wir die weitere Nutzung dieser Großtechnologie nicht verhindern können.
Dazu müssen Alternativen nutzbar bereit stehen.

Fangen wir an.

Herzliche Grüße,
Henning


Berndt Günther

2

am 19. Juli 2010 um 21:41 Uhr

Die Laufzeitbegrenzung der AKW's war schon in Ordnung! Dadurch benötigt man geringere Lagerkapazitäten und reduziert damit die hohen Folgekosten für die nächsten Jahrtausende.
Mit der CO²-entsorgung in Brandenburg ist das nächste Lobby-Millardengeschenk im Haushalt der Schwarz/Gelben verankert worden. Dieses Geld als Investition in Wasserkraftanlagen und CO² freie Energieerzeugung und verzicht auf den Neubau von ineffizienten Kohlekraftwerken hat definitiv den höheren volkswirtschaftlichen Nutzen. Aber selbst in unserer Partei haben es nur wenige verstanden, dass es mittlerer Weile effiziente Wasserkraftanlagen mit einer Fallhöhe von nur 0,7 m gibt.
Diese Anlagen sind bei gleicher Leistung bei weiten umweltfreundlicher, kostengünstiger, störungsunanfälliger, wartungsfreundlicher und mit geringsten Personleinsatz zu betreiben, als Wind- oder Fotovoltaikanlagen.
Unter www.gwwk.ch oder www.zotloeterer.com kann sich jeder Wasserkraftignorant informieren. Ingnorant deshalb, weil ich schon seit fast vier Jahren auf die Wasserwirbelkraftwerke hinweise und Wasserkraft nach wie vor als Grundlastproduzent ignoriert wird.
Da werden Fördermittel für durch Windkraftanlagen verschandelte Landschaften und dem extremen Vogelsterben seltener Greifvogelarten verheizt, weil es im Moment modern ist. Es geht auch effektiver und um ein vielfaches umweltfreundlicher. Ich vermisse in dieser Beziehung bei vielen Genossen die fachliche Kompetenz. Bei Mathias Miersch habe ich ein gutes Gefühl, aber nur drüber Reden bringt keine CO²-reduktion und keine langfristig günstigeren Strompreise für alle Verbraucher. Die Kostenkurve zeigt steil nach oben und wird diesen Trend fortsetzen, zum Nachteil für den Wirtschaftsstandort Deutschland.
Wenn jemand dieses liest wäre eine Reaktion als feedback einmal etwas positives.
Für mich als Maschinenbau- und Umweltschutztechniker für Anlagen und Apparatebau ist es sehr motivierend bei Stammtischdiskussionen von selbsternannten Fachleuten unserer Partei zu hören, dass Wasserkraft nicht realisierbar wäre, ich von dieser Problematik nichts verstehe und die realen Zusammenhänge nicht verinnerlicht hätte. Soll das Mut für eine grundlegende Erneuerung machen?

Viele Grüße

Berndt


 

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