Steuerhinterziehung: Daten-Ankauf bringt nur kurzzeitigen Erfolg
Renate Geuter
09. Juni 2010
0 Kommentare
Die SPD-Fraktion im Niedersächsischen Landtag begrüßt die Entscheidung der schwarz-gelben Landesregierung, sich am Ankauf der Steuerbetrüger-Datei aus der Schweiz zu beteiligen. „Augenscheinlich hat die niedersächsische FDP darauf verzichtet, sich wie ihre Parteifreunde in Baden-Württemberg als Schutzmacht der Steuerhinterzieher zu gebärden“, sagte Renate Geuter, finanzpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion.
Sicherlich werde die Landesregierung darauf hinweisen, dass nun höhere Steuereinnahmen zu erwarten seien, weil nun vermehrt Steuersünder eine strafbefreiende Selbstanzeige machen würden. „Dabei verkennt die Landesregierung jedoch, dass Steuerhinterziehung kein Kavaliersdelikt ist. Die Behauptung, es sei sinnvoll, diese einzigartige Rechtsausnahme zu erhalten, weil damit Steuerquellen erschlossen würden, bemäntelt lediglich das fehlende Interesse der Landesregierung, Steuerhinterziehung konsequent zu bekämpfen und die Täter zu stellen“, sagte Geuter.
Der Ankauf der Daten-CD werde voraussichtlich einen kurzfristigen Erfolg bringen. „Nachhaltiger wäre es aber, eine Verbesserung der Arbeitssituation der Finanzverwaltung zu gewährleisten, damit durch mehr und schärfere Prüfungen Steuerhinterzieher sogleich dingfest gemacht werden können. Steuerhinterziehung findet nicht nur bei Kapitalanlagen statt. Alle Wirtschaftsbereiche, in denen steuerliche Gestaltungsmöglichkeiten gegeben sind, müssen intensiver geprüft werden“, forderte die SPD-Finanzexpertin.
Der Landesrechnungshof habe zu Recht vor Kurzem darauf hingewiesen, dass mangelnde Prüfungsdichte bei Landwirten und niedergelassenen Ärzten zu Einnahmeausfällen geführt habe. Geuter: „Nur eine tatsächliche Steuergerechtigkeit schafft die nötige Akzeptanz in der Bevölkerung für unser Steuersystem.“
NiedersachsenSteuern und Finanzen
Unsere Internetseite soll eine Plattform für ernsthafte Diskussionen sein, bei dem Toleranz, Offenheit und Fairness zu den Grundprinzipien gehören. Wir begrüßen sachliche und konstruktive Inhalte, die zu einer angeregten Diskussion beitragen und der Meinung anderer Kommentatoren tolerant und unvoreingenommen begegnen. Wird gegen diese Grundprinzipien verstoßen, kann dies zur Löschung von Kommentaren führen.
Um bei uns zu kommentieren muss die eigene E-Mail-Adresse angegeben werden. Selbstverständlich wird diese E-Mail-Adresse nicht veröffentlicht und auch nicht an Dritte weitergegeben. Die Angabe einer falschen E-Mail-Adresse ist ein Verstoß gegen unsere Nutzungsbedingungen. Wir machen daher Stichproben, die dann zur Löschung von Kommentaren führen können. Mit Absenden des Formulars werden unsere Nutzungsbedingungen anerkannt.
Kommentar schreiben
(Trackback)