Karin Stief-Kreihe: "Anbau von Gen-Mais MON 810 sofort untersagen!"
20. März 2009
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Die SPD-Fraktion im Niedersächsischen Landtag wendet sich mit Nachdruck an die Landesregierung, um den Anbau des umstrittenen gentechnisch veränderten Mais der Sorte MON 810 zu untersagen.
„Wir haben einen Entschließungsantrag eingebracht, damit hier ein deutliches ‚Nein‘ der Landesregierung rasch für klare Verhältnisse sorgt“, so die agrarpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion Karin Stief-Kreihe. Neuesten Umfragen zufolge lehnen mehr als 80 Prozent der Bevölkerung gentechnisch veränderte Organismen ab. Das darf eine verantwortungsvolle Landesregierung nicht einfach so ignorieren.
Hintergrund ist, dass MON 810 nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen keineswegs unbedenklich ist. Die Studien, die zum Zulassungszeitpunkt 1998 veröffentlicht wurden, sind mittlerweile durch genauere Untersuchungen überholt.
„In einem dem Monsanto-Konzern am 27. April 2007 zugestellten Bescheid des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) heißt es, es gebe berechtigten Grund zu der Annahme, dass der Anbau von MON 810 eine Gefahr für die Umwelt darstellt“, führt Stief-Kreihe aus. So seien die schädlichen Auswirkungen des Bt-Toxin bzw. von Cry1-Proteinen auf Insekten, wie z. B. Bienen, in mehreren wissenschaftlichen Studien aus den Jahren 2000 bis 2008 belegt.
Der Monitoringbericht, den der Monsanto-Konzern bis Ende März 2009 beim BMELV vorlegen soll, entspricht laut Bundesamt für Naturschutz (BfN) nicht den gesetzlichen und wissenschaftlichen Mindestanforderungen. So sind Methoden und Parameter des Monitorings ungeeignet um die genauen Auswirkungen auf die Umwwlt wissenschaftlich exakt abzuleiten. Zudem sei es nicht möglich den genauen Toxin-Gehalt von MON 810 festzustellen. Je nach Messmethode gibt es Abweichungen von bis zu 100 Prozent.
„In Tierversuchen wurden negative Auswirkungen auf das Immunsystem, Leber, Niere, Lunge und die Fruchtbarkeit festgestellt“, berichtet Stief-Kreihe und die langfristigen Auswirkungen wurden bislang nicht ausreichend untersucht. „Hinzu kommt, das die komplexen Wechselbeziehungen in einem Ökosystem unter Laborbedingungen kaum darstellbar sind“, urteilt die SPD-Sprecherin.
Der EU-Umweltministerrat hat mit seiner Entscheidung vom 2.3.2009 Österreich und Ungarn zugebilligt, ihre nationalen Anbauverbote für MON 810 aufrecht zu erhalten. Damit hat der Rat deutlich gemacht, dass die wissenschaftlich begründeten Bedenken ernst genommen und der Sicherheit Vorrang gegeben wird.
Die SPD fordert mit allem Nachdruck, den Anbau von MON 810 auf sämtlichen Flächen in Niedersachsen ab sofort zu untersagen bzw. diesen auszusetzen. Zudem soll die Landesregierung sich auf Bundesebene dafür einzusetzen, dass der Vertrieb von MON 810 wegen der unkalkulierbaren Risiken verboten wird. „Wir nehmen Frau Aigner beim Wort“, so Karin Stief-Kreihe: „Nun gilt es, Flagge zu zeigen und den Risiken der Gentechnik konkret entgegenzutreten.“
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