„Quäl mich mit Heißwachs“ - Die „geistig-moralische Wende“ der Jugendorganisation der CDU Niedersachsen
Michael Rüter
24. November 2009
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Die niedersächsische SPD stellt eine bedenkliche Niveaulosigkeit bei der Jungen Union (JU) in Niedersachsen fest und fordert eine „geistig-moralische Wende in der Vorfeldorganisation der CDU hin zu einer Gesellschaft des Respekts.“ Anlass der Forderung: Die Junge Union (JU) in Wittmund (Ostfriesland) bietet in ihrem Onlineshop T-Shirts zum Kauf an, die übermäßigen Alkoholkonsum verherrlichen und Frauen zu willigen Sexobjekten herabwürdigen.
„Die Jugendorganisation der CDU degradiert Frauen zu Lustobjekten. Es stellt sich die Frage, welche politischen Botschaften und Vorbilder bei der Jugendorganisation der CDU Niedersachsen vorherrschen?“, erklärte SPD-Landesgeschäftsführer Michael Rüter am Dienstag in Hannover. „Mit Menschen gemeinsam Politik zu erleben und die Gesellschaft zu gestalten macht Freude. Andere herabzuwürdigen ist schlicht schäbig. Das macht sprachlos“, zeigte sich Rüter bestürzt.
Aufdrucke auf Frauen-T-Shirts mit der Aufforderung „Quäl mich mit Heißwachs!“ oder dem Satz „Frei&Willig!“ ließen erahnen, welches Frauenbild die JU in Niedersachsen habe und offensiv nach außen trage. Abgerundet werde das Bild durch Aufdrucke in einschlägiger Rotlichtoptik mit dem Satz „Sex sells! Do you need some?“
Rüter: „Das Frauenbild, das die JU mit ihren T-Shirts verbreitet, ist augenscheinlich geprägt von Oberflächlichkeit und Respektlosigkeit. Bei allem Verständnis für jugendlichen Überschwang – wer sich politisch engagieren will, sollte sich nicht mit zotigen Sprüchen produzieren. Es ist mir ein Rätsel, wie Amts- und Mandatsträger der CDU in Niedersachsen das billigen können. Oder dienen sie vielleicht sogar als Vorbilder?" Angesichts des Internationalen Tages für die Beseitigung von Gewalt gegen Frauen am (morgigen) Mittwoch forderte Rüter CDU-Politikerinnen und –Politiker zum Handeln auf.
„Respekt fängt in den Köpfen an. Hier hat die CDU offenbar noch viel Arbeit zu leisten. Ich fordere CDU-Generalsekretär Ulf Thiele auf, innerhalb der Jungen Union auf Beachtung der Menschenwürde zu drängen. Politische Qualifikation und Bildungsarbeit sollten Sexismus und Chauvinismus vorgezogen werden“, appellierte Rüter.
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