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Wahlprognosen mit Abstand betrachten

Holger Ortel

Holger Ortel

21. August 2009 0 Kommentare

„Um ein Gefühl zu bekommen, wie die Menschen wirklich ticken, gibt es nur eine verlässliche Methode: das persönliche Gespräch. Wir sind vor Ort und wissen, dass die Stimmung gut ist. Das ist wichtig zu sagen, weil es zahlreiche Beispiele von Umfragen gibt, die am Ende hohe Abweichungen von den amtlichen Wahlergebnissen aufzeigen“, so der Vorsitzende der SPD-Landesgruppe Niedersachsen.

Jeden Tag würden Mitglieder aller Parteien darauf angesprochen, was sie dazu sagen würden, dass ihre Partei in den Umfragen einen Prozentpunkt gestiegen oder gesunken ist. „Für alle, die sich politisch engagieren, ist die Demoskopie ein wichtiges Instrument, um Stimmungen in der Bevölkerung mit der eigenen Wahrnehmung abzugleichen. Dennoch sind Wahlprognosen mit einigem Abstand zu betrachten, weil sie sich immer wieder irren.“, erklärt Ortel.

Das bekannteste Beispiel: In der Woche vor der Bundestagswahl 2005 wurden CDU/CSU auf mindestens 41 Prozent prognostiziert – und zwar von allen relevanten Instituten. Noch zwei Tage vor der Bundestagswahl prognostizierte Allensbach 41,5 Prozent für die Schwarzen. Sie lagen weit daneben, denn die Union erhielt gerade mal 35,2 Prozent.

In Rheinland-Pfalz erzielte Forsa zehn Tage vor der Landtagswahl 2006 einen Wert von 39 Prozent für die SPD. Aber die Wählerstimmung war auch hier mit statistischen Methoden nicht zu fassen. 45,6 Prozent der Wählerinnen und Wähler entschieden sich nämlich am Wahltag für die SPD.

Im gleichen Monat verschätzten sich Emnid, Forsa und Infratest gravierend. Für die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern sagten sie der Linkspartei zwischen 20 und 24 Prozent voraus – sie erhielt aber mit Ach und Krach 16,8 Prozent.

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